Nordrhein-Westfalen

Bonner Nordbrücke: Warum Schnieder jetzt Druck macht

Bonns Nordbrücke bleibt dicht – und niemand weiß, ob sie je wieder öffnet. Für Pendler in der Region wird es brenzlig.

05.06.2026, 16:14 Uhr

Die Entspannung der Verkehrssituation nach der Sperrung der stark genutzten Bonner Nordbrücke hat für Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder nach eigenen Angaben höchste Priorität. Bei einem Termin vor Ort sprach der CDU-Politiker von dramatischen Folgen der Schließung.

Schnieder betonte die große Bedeutung des Bauwerks für Bonn und das Umland. Die Brücke sei eine zentrale Ost-West-Achse, die täglich von rund 100.000 Fahrzeugen genutzt werde. Zugleich verwies er darauf, dass auch der Rad- und Fußverkehr auf der Verbindung eine wichtige Rolle spiele.

Auch Michael Güntner, Chef der Autobahn GmbH des Bundes, stellte klar, dass es derzeit kein wichtigeres Vorhaben für die Gesellschaft gebe als die Bonner Nordbrücke. Man werde alles daransetzen, die Probleme so schnell wie möglich zu beheben. Ob die Brücke jedoch überhaupt noch einmal für den Verkehr freigegeben werden kann, ist derzeit offen.

Nach Angaben von Dirk Brandenburger, technischem Geschäftsführer der Autobahn GmbH, laufen momentan umfassende Untersuchungen. Anschließend müssten neue statische Berechnungen erfolgen, um belastbar beurteilen zu können, ob das Bauwerk technisch noch instand gesetzt werden kann oder dauerhaft geschlossen bleiben muss. Mit genaueren Erkenntnissen rechne man möglicherweise in einigen Tagen.

Zukunft der Brücke weiter ungewiss

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) mahnte ebenfalls zur Zurückhaltung. Aussagen über die Zukunft der Brücke seien aktuell verfrüht. Zunächst müsse geklärt werden, in welchem Zustand sich das Bauwerk tatsächlich befinde.

Schnieder unterstrich, dass Sicherheit immer Vorrang habe. Gleichzeitig müsse nun alles darangesetzt werden, die Brücke möglichst rasch wieder nutzbar zu machen. Der Bund werde alles tun, um die Belastungen für die Region so gering wie möglich zu halten.

Die Rheinbrücke im Verlauf der A565 war am Mittwoch wegen neu entdeckter Schäden auf unbestimmte Zeit gesperrt worden. Festgestellt wurden unter anderem Risse im Beton sowie Korrosionsschäden an der Bewehrung.

Die Bonner Nordbrücke gilt als wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Vor der Sperrung war dort sogar deutlich mehr Verkehr unterwegs als auf der seit Langem gesperrten Rahmede-Talbrücke der A45.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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