Bayern

So jagt Bayerns Polizei jetzt Drohnen

Illegale Drohnen über Bayern? Das ist längst Realität – jetzt soll ein neues Zentrum den Freistaat endlich wehrhafter machen.

04.05.2026, 13:23 Uhr

Bayern baut Zentrum zur Drohnenabwehr in Erding aus

Seit dem 1. April verfügt die bayerische Polizei über ein eigenes Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ), um besser auf Spionage und hybride Bedrohungen reagieren zu können. Der neue Standort in Erding ist derzeit mit rund 40 Beschäftigten besetzt, langfristig sind insgesamt 100 Stellen vorgesehen.

Söder fordert konsequentes Vorgehen gegen gefährliche Drohnen

Bei der offiziellen Inbetriebnahme erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), die veränderte Gefahrenlage verlange neue Antworten. Ziel sei es, Bayerns Einsatzfähigkeit zu erhöhen und schneller handeln zu können. Der Freistaat lasse sich nicht einschüchtern. Werden gefährliche Drohnen identifiziert, müssten sie im Ernstfall auch abgeschossen werden, sagte Söder.

Herrmann: Kompetenzen und Technik werden gebündelt

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete das Zentrum als wichtigen Schritt für die Sicherheitsbehörden. Im DKAZ würden vorhandenes Fachwissen, moderne Technik und praktische Polizeiarbeit zusammengeführt. Damit werde Bayerns Fähigkeit gestärkt, auf heutige und künftige Gefahren durch Drohnen dauerhaft wirksam zu reagieren.

Sicherheitslage durch Konflikte und Einflussnahme verschärft

Herrmann verwies auf die angespannte sicherheits- und geopolitische Situation. Diese sei geprägt von wachsenden Konflikten, hybriden Bedrohungen und neuen Methoden der Einflussnahme. Vor allem der feindliche Einsatz von Drohnen stelle Behörden zunehmend vor große Herausforderungen.

Nach seinen Worten gefährden Attacken auf kritische Infrastruktur, den Luftverkehr oder militärische Anlagen nicht nur die nationale, sondern auch die europäische Sicherheit. Zudem könnten sie hohe wirtschaftliche Schäden verursachen und die Bevölkerung verunsichern. Deshalb müsse auf solche Gefahren entschlossen, zügig und effektiv reagiert werden.

Zusammenarbeit mit der Bundespolizei

Das bayerische Zentrum arbeitet eng mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum der Bundespolizei in Berlin zusammen. Laut Herrmann bringt der Austausch auf Landes- und Bundesebene wichtige Vorteile für die Weiterentwicklung von Abläufen und Technik zur Abwehr von Drohnen.

Im September und Oktober des vergangenen Jahres waren in Europa, Deutschland und auch in Bayern mehrfach Drohnen im Umfeld von Kasernen, Flughäfen und Anlagen der kritischen Infrastruktur gesichtet worden. Allein an bayerischen Flughäfen wurden fünf Vorfälle registriert, bayernweit waren es bis zum 25. September insgesamt 22 Fälle. Inzwischen hat sich die Lage deutlich beruhigt. Allerdings veröffentlichen die Behörden aus Gründen der inneren Sicherheit keine Einsatzstatistiken und Detailangaben mehr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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