Laschet übt scharfe Kritik an Trumps Rolle im Iran-Krieg
Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg deutlich beanstandet. Beim Ludwig-Erhard-Gipfel in Gmund am Tegernsee erklärte der frühere CDU-Vorsitzende, die wirtschaftlichen Folgen seien enorm, während ein echter politischer Fortschritt durch Trumps Eingreifen nicht erkennbar sei.
Als vordringliches Ziel nannte Laschet die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Sollte dies bereits als großer Erfolg verkauft werden, sei das aus seiner Sicht zu wenig. Schließlich sei die wichtige Schifffahrtsroute über Jahrzehnte frei gewesen. Wenn man nach dem Krieg lediglich zum früheren Zustand zurückkehre, könne man kaum von einem Erfolg sprechen.
Kritik an Trumps kurzfristiger Außenpolitik
Darüber hinaus warf Laschet dem US-Präsidenten vor, außenpolitische Themen nicht mit der nötigen Ausdauer zu verfolgen. Am Beispiel des Gaza-Kriegs sagte er, Trump habe mit der Freilassung von Geiseln und einem Waffenstillstand zwar erste Punkte seines umfassenderen Plans erreicht. Die übrigen Vorhaben habe er jedoch nicht weiterverfolgt.
Laschet forderte von Trump mehr Fokus und warf ihm eine zu geringe Aufmerksamkeitsspanne vor. Statt nachhaltige Strategien zu entwickeln, setze der Präsident aus seiner Sicht lieber auf schnelle und öffentlichkeitswirksame Erfolge. Ähnliche Muster habe man bereits in Venezuela beobachten können.
Europa soll Stärke zeigen und den Dialog mit Russland suchen
Für Deutschland und Europa ergibt sich laut Laschet aus dieser amerikanischen Politik vor allem die Notwendigkeit, stärker über europäische Souveränität nachzudenken. Dazu gehöre aus seiner Sicht auch militärische Stärke.
Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sprach sich Laschet zugleich dafür aus, dass Europa diplomatische Kontakte zu Russland nicht ausschließen dürfe. Wenn Europa politisch Gewicht haben wolle, müsse es eigene Initiativen entwickeln und auch das Gespräch suchen. Er halte dies weniger für die Aufgabe eines einzelnen Bundeskanzlers, sondern eher für die eines europäischen Sonderbeauftragten, der Gespräche auf einer geeigneten Ebene vorbereitet. Ohne Verhandlungen, so Laschets Einschätzung, werde sich der Krieg langfristig nicht beenden lassen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion