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Bibi Blocksberg zaubert sich in ihre geheime Vergangenheit

Bibi Blocksberg hebt wieder ab: Im neuen Kinofilm rast die Junghexe in die Vergangenheit – und landet mitten in einem Rätsel.

23.09.2026, 07:30 Uhr

Filmkritik: „Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise“

Ein Praktikum im Museum klingt für Bibi Blocksberg zunächst nach einem echten Albtraum. Statt spannender Einsätze hätte sie viel lieber bei der Polizei hineingeschnuppert. Auf das Bewachen von Ausstellungsstücken hat die junge Hexe entsprechend wenig Lust. Doch natürlich kommt es ganz anders: Ausgerechnet zwischen Vitrinen und Schlossgemäuern wartet auf Bibi schon das nächste große Abenteuer.

Im neuen Kinofilm dreht sich alles um eine rätselhafte Spieluhr aus dem Jahr 1887. Schon bald führt die Spur nicht nur zu einem Diebstahl, sondern direkt in die Vergangenheit. „Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise“ ist der vierte Kinofilm der Reihe ohne Tina und zugleich der zweite Film mit Nala in der Hauptrolle.

Eine gestohlene Spieluhr und ein missglückter Hexspruch

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine kunstvolle, verschlossene Spieluhr mit einem goldenen Kraken als Verzierung. Das wertvolle Stück ist der Höhepunkt einer neuen Ausstellung auf Schloss Klunkerburg. Ausgerechnet während Bibis freiwilliger Nachtschicht verschwindet die Spieluhr spurlos. Da keinerlei Einbruchsspuren zu finden sind, gerät die Kuratorin Farrah Pahani, gespielt von Nilam Farooq, sofort unter Verdacht.

Bibi ist jedoch überzeugt, dass Farrah unschuldig ist. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marita will sie den Fall selbst aufklären. Mit einem Hexspruch möchte sie lediglich einige Stunden in die Vergangenheit reisen, zurück in die Nacht des Diebstahls. Doch der Zauber geht gründlich daneben: Statt nur kurz zurückzuspringen, landen Bibi und Marita ganze 139 Jahre früher.

Kinostart - "Bibi Blocksberg - Die total verhexte Zeitreise"
Der Bibi-Film kommt am 24. September in die deutschen Kinos. Quelle: Kurt Patzak/Leonine/dpa

Dort begegnen sie der jungen Fritzi von Klunkerburg, der damaligen Besitzerin der Spieluhr. Das Mädchen steht kurz vor der Flucht nach Frankreich, weil ihre herrische Tante sie nicht nur bevormundet, sondern sie auch mit einem ziemlich ungeeigneten jungen Mann verheiraten will.

Ein verborgener Wunschdiamant

Bibi und Marita beschließen, Fritzi zu helfen. Sie wollen die geplante Verlobung verhindern und ihr die Flucht ermöglichen. Doch auch die Tante hat es auf die Spieluhr abgesehen. Der Grund: In ihrem Inneren soll sich ein Diamant verbergen, der angeblich jeden Wunsch erfüllen kann.

Mit etwas Magie gelingt zunächst die Flucht samt Spieluhr. Als Bibi sich und Marita zurück in ihre Zeit hexen möchte, versagen jedoch ihre Kräfte. Statt in der Gegenwart zu landen, enden beide im Kerker der bösen Tante. Nun stellt sich die Frage, ob Barbara Blocksberg sowie Bibis Freundinnen Schubia und Flauipaui aus der Zukunft eingreifen können, um die beiden zu retten.

Familienkino mit Tempo, Witz und Farbe

Regisseur Gregor Schnitzler, der bereits den Vorgänger inszenierte und auch durch den ersten Film der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ bekannt ist, bleibt dem Ton der Serie treu. Der Film ist bunt, flott erzählt und gut gelaunt, dazu witzig und spannend genug, um Kinder wie Erwachsene zu unterhalten.

Auffällig ist, dass die Sprache der jungen Hexen zeitgemäß wirkt. Begriffe wie „lame“ oder „safe“ fügen sich überraschend natürlich in die Dialoge ein, ohne aufgesetzt zu klingen. Auch Musik und Tanz kommen nicht zu kurz. Der Soundtrack stammt erneut von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange.

Eindrucksvolle Bilder und starke Nebendarsteller

Gedreht wurde der rund 90 Minuten lange Film unter anderem in Wien. Schloss und Park werden in prächtigen Außen- und Luftaufnahmen gezeigt und sorgen für eine stimmungsvolle Kulisse. Besonders die Szenen im großen Schlosssaal und die Kostüme des 19. Jahrhunderts hinterlassen Eindruck.

Fritzi Haberlandt überzeugt als herrlich unsympathische Tante und zeigt viel Gespür für komische Momente, ohne ins Alberne abzurutschen. Als heimlicher Star des Films erweist sich jedoch Jakob Eberle in der Rolle des Kammerjungen Maxim, den er mit viel Charme und Witz spielt. Auch Carmen Diego als Fritzi von Klunkerburg fällt positiv auf und bringt Frische in die Geschichte.

Eine Figur mit langer Geschichte

Bibi Blocksberg begleitet Kinder seit Jahrzehnten. Die Figur stammt von Autorin Elfie Donnelly und wurde 1980 eingeführt. Inzwischen gehören 165 Hörspielfolgen, 70 Zeichentrickfilme sowie zahlreiche Bücher und Magazine zum Kosmos der kleinen Hexe. Bereits 2002 kam der erste Kinofilm ins Kino, 2004 folgte „Das Geheimnis der blauen Eulen“. Später übernahm Gregor Schnitzler die Regie bei „Das große Hexentreffen“.

Für den neuen Film kehrt ein großer Teil des bekannten Ensembles zurück. Rosalie Thomass und Friedrich Mücke spielen erneut Bibis Eltern, während Palina Rojinski wieder als Karla Kolumna zu sehen ist.

Zwei schöne Botschaften für junge Zuschauer

Neben Unterhaltung bietet der Film auch kleine Botschaften. Zum einen zeigt er, dass selbst ein vermeintlich langweiliger Praktikumsplatz überraschende Möglichkeiten bereithalten kann. Zum anderen geht es darum, den eigenen Weg zu finden – auch dann, wenn er nicht dem Offensichtlichen entspricht.

Besonders schön fällt dabei ein Satz von Fritzi aus, den sie Bibi in einem schwierigen Moment mitgibt: „So ist das Leben. Und so muss man es nehmen. Tapfer, unverzagt und lächelnd – trotz alledem.“

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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