Berlin

Berlin bangt: Suche nach 13-Jähriger geht weiter

Wo ist Lisa T.? Seit Tagen sucht Berlin nach der 13-Jährigen – sie kam nie in der Schule an, Ermittler fürchten ein Verbrechen.

07.11.2026, 09:35 Uhr

Vermisste 13-Jährige aus Berlin-Marzahn: Polizei sucht mit mehr als 140 Kräften weiter

Die Suche nach der vermissten 13-jährigen Schülerin aus Berlin-Marzahn ist am Samstag mit großem Aufwand fortgesetzt worden. Nach Angaben des Sprechers der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Petzold, gibt es weiterhin Hinweise, die auf ein mögliches Verbrechen hindeuten.

Wie die Polizei mitteilte, sind inzwischen mehr als 140 Einsatzkräfte der Einsatzhundertschaft und der Mordkommission in Marzahn-Hellersdorf im Einsatz. Gesucht wird nicht nur im direkten Umfeld des Wohnhauses, sondern auch auf Wegen und Strecken, die das Mädchen im Schulalltag oder in ihrer Freizeit regelmäßig genutzt haben könnte. Die Maßnahmen sollen nach Polizeiangaben auch am Abend fortgesetzt werden.

Viele Hinweise aus der Bevölkerung

Dem Zeugenaufruf sind nach Angaben der Polizei bereits zahlreiche Menschen gefolgt. Es seien viele Hinweise eingegangen, erklärte Polizeisprecher Florian Nath. Einen entscheidenden Durchbruch habe es bislang jedoch noch nicht gegeben.

Am Samstag befragten Einsatzkräfte erneut Anwohnerinnen und Anwohner und hängten weitere Plakate aus. Das Suchgebiet gilt als besonders groß und unübersichtlich: In dem Wohnviertel im Nordosten Berlins gibt es viele Mehrfamilienhäuser, Hochhäuser, Grünflächen und Parks. Das macht die Suche aufwendig.

Wer Beobachtungen gemacht hat oder etwas gehört hat, wird weiterhin gebeten, sich über das Hinweistelefon oder die Hinweis-Mailadresse des Landeskriminalamts Berlin zu melden.

Bereits am Freitag hatte die Berliner Polizei eine umfangreiche Suchaktion nach dem Mädchen gestartet. Nach bisherigen Erkenntnissen verließ Lisa T. am Dienstag gegen 7.15 Uhr ihr Wohnhaus. Vom Barnimplatz aus wollte sie gegen 7.30 Uhr zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße fahren. Dort kam sie jedoch nie an. Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin von einem Anfangsverdacht auf eine Straftat aus.

Suche im Wohnumfeld und entlang ihrer Wege

Am Samstag suchten Einsatzkräfte erneut rund um das Wohnhaus nach möglichen Spuren. Gleichzeitig wurde die Suche auf weitere Strecken ausgeweitet, die die 13-Jährige gewöhnlich auf dem Weg zur Schule oder in ihrer Freizeit zurückgelegt haben könnte.

Hubschrauber und Spürhunde im Einsatz

Schon bei der Suche am Freitag kreiste ein Hubschrauber über dem Wohngebiet mit seinen Plattenbauten und Grünflächen. Außerdem wurden Spürhunde eingesetzt.

Die Mordkommission der Berliner Polizei bittet weiter um Mithilfe. Gesucht werden Informationen dazu, wo sich Lisa aktuell aufhalten könnte oder ob jemand sie am Tag ihres Verschwindens auf dem Weg zur Schule gesehen hat.

Schon am Dienstag hatte die Polizei eine Vermisstenmeldung mit Foto veröffentlicht und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Das Mädchen ist demnach etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank. Sie ist asiatischstämmig und hat lange dunkle Haare. Zuletzt trug sie nach Polizeiangaben eine schwarze Winterjacke, ein graues Oberteil, eine blaue Jeans, weiße Sneaker und einen schwarzen Rucksack.

Erinnerung an den Fall Rebecca

Der Fall weckt Erinnerungen an das Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus dem Berliner Stadtteil Britz im Bezirk Neukölln im Februar 2019. Von ihr fehlt bis heute jede Spur, auch ihre Leiche wurde nie gefunden.

Damals suchte die Polizei in Brandenburg mit hunderten Beamten sowie mit Hunden, Hubschraubern, Drohnen, Baggern, Booten und Tauchern. Trotz der Auswertung von Handydaten und hunderten Hinweisen blieb die Suche erfolglos.

Im Fall Rebecca verdächtigt die Polizei den Ehemann ihrer Schwester, das Mädchen getötet zu haben. Der Mann bestreitet das.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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