Bayern

Wittmann überzeugt von Eta: „Sie hat die Klasse für diese Aufgabe“

Sabrina Wittmann ist in Ingolstadt selbst Trainer-Pionierin. Marie-Louise Etas Beförderung bei Union Berlin hält sie für einen klugen Schritt. Der Verein schaue auf Qualität, nicht aufs Geschlecht.

17.04.2026, 10:34 Uhr

Sabrina Wittmann ist überzeugt, dass Marie-Louise Eta den Posten als Trainerin beim 1. FC Union Berlin auch übergangslos längerfristig ausfüllen könnte. Die 34-Jährige sagte, wenn die Vereinsführung erkenne, dass das Modell funktioniere — wovon sie ausgehe —, dann hoffe sie, dass Eta im Amt bleibe. Sie traue ihr diese Rolle in jedem Fall zu.

Wittmann hatte im Mai 2024 beim Drittligisten FC Ingolstadt Geschichte geschrieben, als sie als erste Frau im deutschen Profifußball ein Männerteam betreute. Nun richtet sich der Blick auf Eta, die am Samstag um 15.30 Uhr gegen den VfL Wolfsburg ihr Debüt als erste Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga geben wird. Erst eine Woche zuvor war sie bei Union von der U19 zur Profimannschaft befördert worden und übernahm nach Steffen Baumgart.

Wittmann lobt Etas Art

Wittmann und Eta kennen sich seit vielen Jahren. Über ihre Kollegin sagte sie, Eta sei kein Mensch, der sich in den Vordergrund dränge, sondern jemand, der ruhig arbeite und Dinge einfach umsetze. Gerade deshalb freue sie sich besonders über diese Chance. Nicht, weil Eta unbedingt als erste Frau Geschichte schreiben wollte, sondern weil sie fachlich überzeuge.

Nach Wittmanns Einschätzung tritt Eta sehr klar auf, verstehe sich als Dienstleisterin für das Team und habe kein Bedürfnis nach großer öffentlicher Aufmerksamkeit.

Lob für Unions Entscheidung

Positiv bewertet Wittmann auch, dass Union Berlin zunächst auf Eta setzt. Für sie ist das ein Zeichen dafür, dass ein weiterer Club in Deutschland nicht auf das Geschlecht schaut, sondern auf Qualität — und entsprechend Verantwortung überträgt.

Zingler sieht Einsatz nur vorübergehend

Eine dauerhafte Lösung deutete Unions Präsident Dirk Zingler jedoch nicht an. Gegenüber Sky erklärte er, Eta werde die Mannschaft in den kommenden fünf Spielen betreuen und anschließend wieder den Frauenbereich übernehmen.

Zingler machte zudem deutlich, dass er die Debatte über eine mögliche Verlängerung nicht führen wolle. Die Frage, ob Eta bei den Männern bleibe, wenn sie erfolgreich sei, oder sonst zu den Frauen zurückkehre, stelle sich für ihn so nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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