Trotz der laufenden Bauarbeiten am Münchner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn zum Oktoberfest genügend Raum für die erwarteten Besuchermassen bereitstellen. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Arbeiten an einem bislang teilweise gesperrten Bahnsteig vorübergehend pausieren, damit dieser wieder vollständig genutzt werden kann. Außerdem soll bis zum Beginn der Wiesn ein neuer Zugang zum Starnberger Flügelbahnhof mit den Gleisen 26 bis 36 eröffnet werden, um Engstellen zu entschärfen.
Schon vor den bayerischen Sommerferien war es im Hauptbahnhof während der Stoßzeiten wiederholt zu dichtem Gedränge gekommen. Grund dafür ist, dass durch die Baustelle im Kopfbahnhof derzeit weniger Fläche zur Verfügung steht. Die umfassende Erneuerung des Bahnhofs wird nach Angaben der Bahn noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Um die Lage während des Oktoberfests besser zu steuern, setzt die Bahn zusätzlich auf spezielle Software, die stark frequentierte Bereiche schneller erkennen soll. So sollen Reisende gezielter gelenkt werden. Geplant sind zudem rund ein Viertel mehr Sicherheitskräfte als im vergangenen Jahr sowie mehr als 20 zusätzliche Kräfte zur Besucherlenkung. An möglichen Engpässen sollen auch Bodenmarkierungen helfen, die Fahrgäste zum zügigen Weitergehen bewegen sollen.
Täglich bis zu 100.000 zusätzliche Fahrgäste erwartet
Nach Angaben von Bayern-Chef Christoph Kraller rechnet die Bahn zur Wiesn mit bis zu 100.000 zusätzlichen Reisenden pro Tag. Üblicherweise nutzen den Münchner Hauptbahnhof täglich bereits mehr als 450.000 Menschen. Da in dieser Zeit jeder Quadratmeter zähle, werde am Bahnhof mehr Platz geschaffen, Personal aufgestockt und die Wegweisung zum Festgelände verbessert, sagte Kraller. Zugleich appellierte er an die Besucher, rücksichtsvoll und besonnen zu handeln.

Ab dem 19. September dürfte es nicht nur im Hauptbahnhof, sondern auch an der S-Bahn-Station Hackerbrücke besonders voll werden. Vor allem dort will die Bahn deutlich mehr Sicherheitskräfte einsetzen, die gemeinsam mit der Bundespolizei die Einhaltung der Vorschriften überwachen sollen. So ist es unter anderem untersagt, Folienballons, Maßkrüge oder Glasflaschen von der Theresienwiese mitzunehmen.
Zusätzlich soll eine Drohne dabei helfen, Personen schneller zu entdecken, die sich unerlaubt im Gleisbereich aufhalten. Dadurch sollen Strecken rascher wieder freigegeben und der Zugverkehr zügiger aufgenommen werden können.
Insgesamt plant die Bahn während des Oktoberfests mehr als 500 zusätzliche oder verlängerte S-Bahn-Fahrten. Diese sollen im 20-Minuten-Takt bis tief in die Nacht verkehren. Auch in Regionalzügen soll mehr Kapazität für Fahrgäste bereitgestellt werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber