Bayern

Warum die Polizei jetzt Wolf, Luchs & Adler schützt

Tote Greifvögel und Giftköder in Niederbayern: So jagt die Polizei Wildtier-Killer – und warnt jetzt auch Spaziergänger.

28.05.2026, 10:39 Uhr

Die Polizei in Niederbayern weitet in diesem Jahr ihre Einsätze zum Schutz bedrohter Wildtiere aus. In den Schwerpunktmonaten Juni und Oktober sind Beamtinnen und Beamte gemeinsam mit Diensthunden unterwegs, um illegale Fallen, vergiftete Köder sowie verletzte oder getötete Tiere aufzuspüren. Das teilte das Polizeipräsidium Straubing mit.

Hintergrund ist das EU-Projekt „wildLIFEcrime“, das Naturschutzkriminalität in Deutschland und Österreich bekämpfen soll. Neben dem niederbayerischen Polizeipräsidium beteiligen sich daran auch die Polizei in der Oberpfalz sowie Naturschutzorganisationen wie der WWF. Trotz klarer gesetzlicher Verbote registrieren die Behörden weiterhin Straftaten gegen besonders geschützte Arten wie Wolf, Luchs, Biber und verschiedene Greifvögel.

Nach Worten von Melina Sowah, beim WWF Deutschland für Wildtierkriminalität zuständig, gefährdet solche Kriminalität nicht nur einzelne Tierarten, sondern das Gleichgewicht ganzer Ökosysteme. Ein konsequentes Vorgehen gegen solche Delikte sei wichtig, um die biologische Vielfalt und die langfristige Gesundheit der Natur zu erhalten.

Gespräche mit Passanten und Hundehaltern

Wie aktuell das Problem ist, zeigt ein Fall aus dem Landkreis Dingolfing-Landau: Im Juli 2025 wurden in der Nähe von Simbach bei Landau 17 tote Vögel gefunden. Darunter waren auch streng geschützte Greifvögel wie Rotmilane, Schwarzmilane und Mäusebussarde. Nach Angaben der Polizei bestand der Verdacht, dass die Tiere Köder mit dem Gift Carbofuran gefressen hatten und daran verendeten.

Die sogenannten Artenschutzstreifen kontrollieren nicht nur Wälder, Wiesen und Wanderwege, sondern suchen auch gezielt das Gespräch mit Spaziergängerinnen und Spaziergängern sowie Hundehalterinnen und Hundehaltern. Wer in der Natur verdächtige Beobachtungen macht – etwa ein totes Tier, einen ausgelegten Köder oder eine versteckte Falle – soll dies umgehend der Polizei melden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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