Neues Ausbildungsbataillon der Luftwaffe für Fürstenfeldbruck
In Fürstenfeldbruck in Oberbayern soll künftig ein neues Ausbildungsbataillon der Luftwaffe eingerichtet werden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums erklärte Minister Boris Pistorius (SPD), damit werde ein weiterer Schritt beim kontinuierlichen Ausbau der Streitkräfte vollzogen. Zugleich bedeutet die Entscheidung eine Abkehr von den bisherigen Plänen, den Bundeswehrstandort Fürstenfeldbruck aufzugeben.
Das neue Bataillon steht im Zusammenhang mit dem Vorhaben, die Bundeswehr personell deutlich zu verstärken. Wegen einer wachsenden Zahl an Rekrutinnen und Rekruten sowie der weiteren Einführung des neuen Wehrdienstes steigt nach Ministeriumsangaben der Bedarf an Ausbildungskapazitäten spürbar. Ziel ist es, vorhandene Möglichkeiten auf dem Gelände kurzfristig zu nutzen.
Auch aus Bayern kam Zustimmung: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßte die Entscheidung und erklärte, jede zusätzliche Soldatin, jeder zusätzliche Soldat und jede Investition der Bundeswehr seien gut für den Freistaat. Nun müsse die Truppe gestärkt und weiter ausgebaut werden.
Zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten in kurzer Zeit
Mit der Ansiedlung des Luftwaffenausbildungsbataillons 2 soll die Ausbildungsstruktur der Luftwaffe gestärkt werden. Das Ministerium betonte, dass dadurch rasch zusätzliche Ausbildungsplätze in der Nähe eines Ballungsraums geschaffen werden könnten. Außerdem solle vielen künftigen Wehrdienstleistenden ein möglichst wohnortnaher Einstieg ermöglicht werden. Fürstenfeldbruck liegt etwa 30 Kilometer westlich von München.
Standort mit langer Luftwaffen-Tradition
Eigentlich war vorgesehen, den Bundeswehrstandort bis zum 31. Dezember 2030 aufzugeben. Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck hat jedoch eine lange Geschichte: Die Bauarbeiten begannen 1934, 1937 wurde der Standort in Betrieb genommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte zunächst das US-Militär das Gelände. Ab 1956 wurden dort die ersten deutschen Jet-Piloten der neuen Luftwaffe ausgebildet. Der militärische Flugbetrieb endete 2006. Nachdem 2011 die Aufgabe des Standorts beschlossen worden war, diente das Areal zeitweise auch als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.
Bekannt ist Fürstenfeldbruck zudem durch das Olympia-Attentat vom 5. September 1972. Damals wurden nach der Geiselnahme elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft, fünf palästinensische Entführer und ein deutscher Polizist getötet. Die Geiselnehmer waren nach stundenlangen Verhandlungen mit Hubschraubern vom Olympischen Dorf zum Fliegerhorst gebracht worden, wo ein Fluchtflugzeug bereitstand. Beim Aussteigen gerieten sie unter Beschuss deutscher Sicherheitskräfte. Ziel der Entführung war die Freipressung von 230 in Israel inhaftierten Palästinensern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber