Warnstreiks der IG Metall starten auch in Bayern
Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall nun auch in Bayern mit Warnstreiks begonnen. Die erste Aktion lief bereits in der Nacht an: Beim Mobilfunkzulieferer RF360 Europe legte die Nachtschicht nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers für eine Stunde die Arbeit nieder. Für den Abend waren außerdem Arbeitsniederlegungen bei Aerotech in Peißenberg geplant. Zum Wochenbeginn sollen die Proteste auf weitere Betriebe ausgeweitet werden.
Nach Angaben der IG Metall wollen am Montag Beschäftigte in 34 Unternehmen in Bayern die Arbeit zeitweise ruhen lassen. Die Gewerkschaft will damit in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
Gewerkschaft fordert Beitrag der Unternehmen
Die IG Metall gibt sich in der Auseinandersetzung betont entschlossen. Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott verlangte von den Arbeitgebern ein klares Bekenntnis zu den Standorten und den Beschäftigten. Nicht allein die Arbeitnehmer dürften zu Zugeständnissen aufgefordert werden, auch die Unternehmen müssten ihren Anteil leisten.
Arbeitgeber kritisieren die Aktionen scharf
Von Arbeitgeberseite kommt deutliche Kritik. Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie sprach von überholten Ritualen und bezeichnete die Warnstreiks als unangemessen. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt verwies darauf, dass sich die Branche in einer schweren und lang anhaltenden Konjunktur- und Strukturkrise befinde. Zudem habe die Arbeitgeberseite noch während der Friedenspflicht ein aus ihrer Sicht tragfähiges Angebot vorgelegt.

Forderungen und Angebot liegen weiter auseinander
Die Gewerkschaft hält das bisherige Angebot jedoch für unzureichend. Sie verlangt fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich fordert sie eine tariflich geregelte Gewinnbeteiligung für wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe.
Der Arbeitgeberverband vbm bietet dagegen für das kommende Jahr eine Einmalzahlung sowie eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 an.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber