Bayern

Selfie mit Luther oder dem Fake-Papst

Luther, ein Papst aus Pappe und Gebete am Main: Was auf der Kirchenmeile des Katholikentags alles überrascht.

14.05.2026, 15:03 Uhr

Auch Martin Luther ist beim Würzburger Katholikentag präsent – wenn auch nur als übergroße Figur. Auf der Kirchenmeile am Main findet damit nicht nur der Reformator symbolisch seinen Platz, sondern auch die Gemeinschaften und Verbände, die aus der Reformation hervorgegangen sind.

Astrid Kleist, Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, betonte, lutherisch zu sein bedeute immer auch, ökumenisch zu denken. Wichtig sei es, das gemeinsame christliche Zeugnis zu stärken.

Entlang des Mains reiht sich auf der Kirchenmeile ein Pavillon an den nächsten. Das Spektrum ist breit: Neben der Rosa-Luxemburg-Stiftung sind auch die unterfränkischen Landfrauen vertreten, deren Waffelstand auf große Nachfrage stößt. Zudem präsentiert sich der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz, der als Folge der Missbrauchsskandale entstanden ist.

Zahlreiche Orden sind ebenfalls vertreten und schicken vor allem jüngere Mitglieder an ihre Stände. Das wirkt beinahe wie ein Gegenbild zu den bekannten Problemen vieler Gemeinschaften, die unter Nachwuchsmangel leiden und Klöster aufgeben müssen.

Die Kapuziner laden zum Mittagsgebet ein und haben ihren Stand in einen kleinen Gebetsraum verwandelt. Nur wenige Meter weiter wird bei „Wir sind Kirche“ weiterhin engagiert über Reformen in der katholischen Kirche diskutiert.

Auch prominente Gäste mischen sich unter die Besucherinnen und Besucher: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spaziert gemeinsam mit seiner Frau Elke Büdenbender über die Kirchenmeile. Zunächst ist das Wetter noch wechselhaft, doch am Nachmittag zeigt sich die Sonne – und das Gedränge wird spürbar dichter.

Bischöfe mit dem typischen Katholikentagsschal mischen sich unter das Publikum, und die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) schüttelt vor Ort Polizistinnen und Polizisten die Hände. Am Stand des Bayerischen Pilgerbüros ist sogar Papst Leo XIV. zu finden – allerdings nur als Pappfigur. Für Erinnerungsfotos und Selfies reicht das dennoch völlig aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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