Bayern

Selbstversorger erschossen: Was liegt im Fluss?

Monate nach dem tödlichen Verbrechen im Unterallgäu suchten Taucher in Iller und Kanal – doch was die Polizei fand, bleibt geheim.

19.10.2026, 12:03 Uhr

Polizei äußert sich nicht zu möglichen neuen Spuren im Tötungsfall von Kunzach

Mehr als ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Selbstversorgers auf einem abgelegenen Hof im Unterallgäu hält sich die Polizei mit Angaben zu möglichen neuen Erkenntnissen weiter zurück. Nach Angaben eines Sprechers wurden der Illerkanal sowie die Iller bei Altenstadt von Polizeitauchern abgesucht. Ob dabei brauchbare Hinweise entdeckt wurden, wollte die Polizei mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht mitteilen. Zunächst hatte die „Augsburger Allgemeine“ über den Einsatz berichtet.

Die umfangreicheren Suchaktionen der Sonderkommission „Waldrand“ seien inzwischen beendet, erklärte der Sprecher am Donnerstag. Welche Hinweise zu dem Einsatz geführt hatten, blieb offen.

Tatwaffe weiter nicht gefunden

Der 33-Jährige war am Karfreitag leblos auf seinem Einödhof in Kunzach bei Bedernau in der Gemeinde Breitenbrunn entdeckt worden. Nach früheren Angaben von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei wurde er in der Nacht zum 1. April mit einem Gewehr erschossen. Zwar stellten die Ermittler am Tatort Geschosse sicher, doch die Waffe, mit der die Tat begangen wurde, ist bis heute verschwunden. Es wird vermutet, dass sie nach dem Verbrechen beseitigt wurde.

Die Polizei geht davon aus, dass Opfer und Täter einander kannten. Der Getötete lebte laut Polizei als Selbstversorger, betrieb eine solidarische Landwirtschaft und bot zudem Kurse sowie Stellplätze für Camper an.

Sonderkommission bittet weiter um Hinweise

Etwa eine Woche nach dem Leichenfund durchsuchte die Polizei das Anwesen eines 50 Jahre alten Verdächtigen. Dabei kamen auch Spezialeinsatzkräfte zum Einsatz. Zu einer Festnahme kam es bislang jedoch nicht. Deshalb sucht die Sonderkommission weiterhin nach Zeugen. Für Hinweise, die zur Festnahme eines Tatverdächtigen führen, wurde eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgelobt.

Fall auch Thema bei „Aktenzeichen XY… Ungelöst“

Der Fall wurde inzwischen auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ behandelt. Dort hieß es, der Mann sei geschieden gewesen und habe einen fünfjährigen Sohn gehabt, um den er sich regelmäßig kümmerte. Sein Hof war demnach weder an die Kanalisation noch an Wasser- oder Stromversorgung angeschlossen.

Auf dem Anwesen fanden gelegentlich kleinere Festivals mit esoterischem Schwerpunkt statt. Zu den Interessen des Mannes zählten laut Sendung unter anderem Rutengehen, Astrologie und die Herstellung pflanzlicher Essenzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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