Neues Schuljahr in Bayern startet für 1,77 Millionen Kinder und Jugendliche
Die Ferien sind zu Ende: An diesem Dienstag beginnt für rund 1,77 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern der Unterricht wieder. Etwa 132.000 Kinder betreten dabei erstmals ein Klassenzimmer – vielerorts mit Schultüte in der Hand.
Die Zahl der Lernenden ist so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig bleibt die Personalsituation an den Schulen schwierig. Selbst Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) spricht von einer „sehr angespannten“ Versorgung mit Lehrkräften.
Sorgen um sichere Schulwege
Mit dem Schulstart wächst auch die Aufmerksamkeit für die Sicherheit auf dem Weg zur Schule. Nach Einschätzung des ADFC Bayern sind viele Schulwege für Kinder noch immer nicht ausreichend sicher. Bundesweit verunglückten im Jahr 2024 insgesamt 27.260 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr, mehr als jedes dritte davon mit dem Fahrrad. Besonders häufig geschehen Unfälle werktags zwischen 7 und 8 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr – also genau dann, wenn viele Kinder unterwegs zur Schule oder nach Hause sind.
Eltern sollen Wege gemeinsam einüben
Der ADFC empfiehlt Eltern, den Schulweg gemeinsam mit ihren Kindern auszuwählen und ihn auch zu den üblichen Schulwegzeiten zu trainieren. Entscheidend sei nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg.
Wer mit dem Fahrrad zur Schule fährt, sollte den Weg zunächst zusammen mit den Eltern üben. Später können die Kinder ein Stück vorausfahren, während die Erwachsenen mit Abstand folgen. Erst wenn sich alle sicher fühlen, sollten Kinder alleine radeln. Wichtig ist dabei auch die Regel: Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg fahren, bis zum zehnten Geburtstag dürfen sie das noch.
Polizei kündigt Kontrollen zum Schulbeginn an
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) richtet den Blick zudem auf die Sicherheit im Auto. Der Anteil nicht angeschnallter Insassen unter den tödlich verunglückten Pkw-Fahrenden und Mitfahrenden ist in Bayern im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und lag bei etwa 20 Prozent. Herrmann betont, dass ein Sicherheitsgurt im Ernstfall Leben retten könne. Zum Start des Schuljahres kündigte er deshalb verstärkte Kontrollen im Umfeld von Schulen, Kindergärten und auf Schulwegen an.
Warnungen für den Weg mit der Bahn
Auch die Bundespolizeiinspektion München mahnt zur Vorsicht bei der Fahrt mit Zug oder S-Bahn. Kinder und Jugendliche sollten niemals Gleise betreten. Außerdem gelte: Smartphone weg, Ohren frei. Selfies oder Videos im Gleisbereich seien tabu. Auf dem Bahnsteig solle weder gedrängelt noch geschubst werden. Fällt ein Handy oder ein Schulranzen ins Gleis, sollten Betroffene den Gegenstand auf keinen Fall selbst holen, sondern stattdessen das Bahnpersonal informieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber