Eine zweite Kontaktperson des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ wird in Bayern unter Quarantäne gestellt. Die Person wird aus Düsseldorf nach München gebracht, nachdem sie zunächst an der dortigen Uniklinik aufgenommen worden war. Wie bereits beim ersten betroffenen Passagier soll auch sie in einer Münchner Klinik betreut werden, teilten das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und die München Klinik mit. Die Ankunft wurde im Laufe des Tages erwartet.
Nach Angaben des niederländischen Außenministeriums handelt es sich um eine 65 Jahre alte Frau, die engen Kontakt zu jener deutschen Passagierin hatte, die an Bord des Schiffes gestorben war. Weitere persönliche Angaben machten die bayerischen Behörden mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht.
Bislang keine Hinweise auf eine Infektion
Nach Angaben der Düsseldorfer Uniklinik zeigt die Frau weiterhin keine klinischen Anzeichen einer Infektion. Auch umfangreiche virologische Untersuchungen hätten bislang keinen Hinweis auf eine Ansteckung ergeben. In den Laboruntersuchungen sei der Erreger nicht nachgewiesen worden.
Bereits seit Montagnachmittag befindet sich in der München Klinik Schwabing eine weitere Kontaktperson der „Hondius“ in Quarantäne. Sie wird dort in einem isolierten Zimmer medizinisch betreut und beobachtet. Das Krankenhaus dient für den Freistaat als zuständiges Behandlungszentrum für Kontaktpersonen.
Die spezielle Isolierstation für hoch ansteckende Erreger wird für die beiden Fälle vorerst weiterhin nicht benötigt. Nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC ist das Risiko für die Bevölkerung durch das Virus sehr gering, teilte das LGL mit.
Wie lange die Quarantäne dauern soll
Nach Angaben der Behörden sollen beide Kontaktpersonen so lange in der Klinik bleiben, bis die mögliche Inkubationszeit abgeschlossen ist. Beim Hantavirus beträgt die Zeit zwischen einer möglichen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome Experten zufolge meist etwa zwei Wochen. In Einzelfällen kann sie jedoch zwischen sieben Tagen und sechs Wochen liegen.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist grundsätzlich auch eine Quarantäne zu Hause möglich. Ob dies infrage kommt, müsse jedoch jeweils unter Berücksichtigung der gesamten Umstände entschieden werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion