Bayern

Plant Bayern jetzt Handy-Blitzer?

Kommt der Handy-Blitzer bald nach Bayern? In Rheinland-Pfalz läuft das System schon – und der Freistaat schaut genau hin.

05.06.2026, 04:00 Uhr

Bayern prüft Einsatz von Handy-Blitzern

Nach dem Start spezieller Kameras zur Erkennung von Handynutzung am Steuer in Rheinland-Pfalz beobachtet nun auch das bayerische Innenministerium die Entwicklung. Ein Sprecher teilte mit, man verfolge die Erfahrungen mit dem System sehr genau, vor allem mit Blick auf die rechtliche Bewertung. Zudem stehe Bayern im Austausch mit anderen Bundesländern, die die Technik bereits nutzen oder ihren Einsatz planen.

Aktuell fehlt in Bayern nach Angaben des Ministeriums jedoch noch die notwendige gesetzliche Grundlage. Deshalb sei eine Einführung bei der bayerischen Polizei derzeit nicht konkret vorgesehen.

In Rheinland-Pfalz läuft nach dortigen Angaben inzwischen bundesweit die erste sogenannte Monocam im Regelbetrieb. Das Kamerasystem soll mithilfe intelligenter Software erkennen, ob Fahrerinnen und Fahrer während der Fahrt ein Mobiltelefon benutzen. Die Technik wurde demnach gemeinsam mit der niederländischen Polizei erprobt; in den Niederlanden ist sie bereits seit längerer Zeit im Einsatz. Die rechtliche Basis dafür schuf Rheinland-Pfalz durch eine Änderung des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes.

Das bayerische Innenministerium warnt zugleich davor, Ablenkung im Straßenverkehr zu unterschätzen. Im Verkehrssicherheitsprogramm 2030 "Bayern mobil – sicher ans Ziel" spiele die Vermeidung solcher Gefahren weiterhin eine wichtige Rolle. Bereits heute könnten zudem vorhandene Blitzerfotos daraufhin überprüft werden, ob verbotenerweise elektronische Geräte genutzt wurden.

Intelligente Software
Intelligente Software erkennt Handynutzung am Steuer. (Archivbild) Quelle: Harald Tittel/dpa

Auch der ADAC weist darauf hin, dass das Handy am Steuer nicht nur verboten, sondern hochgefährlich und dennoch weit verbreitet ist. Wer während der Fahrt ein Mobiltelefon benutzt, muss laut Automobilclub mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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