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Pisa-Schock: Mehr Stunden an Bayerns Grundschulen

Nach dem Pisa-Schock zieht Bayern die Reißleine: Mehr Unterricht an Grundschulen kommt – doch entscheidende Details fehlen noch.

02.10.2026, 14:50 Uhr

Bayern plant mehr Unterricht an Grundschulen

Als Konsequenz aus den schwachen Ergebnissen der Pisa-Studie will Bayern den Unterricht an Grundschulen ausbauen. Das Kultusministerium erklärte auf Anfrage, dass in den kommenden Jahren insgesamt sechs zusätzliche Wochenstunden vorgesehen seien. Mehr Zeit soll dabei vor allem für Mathematik, Deutsch, Sport und Musik eingeplant werden.

Zuvor hatte bereits die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet und sich dabei auf Aussagen des CSU-Politikers Peter Tomaschko, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Landtag, berufen. Demnach ist geplant, in den ersten und zweiten Klassen je eine zusätzliche Stunde einzuführen. In den dritten und vierten Klassen sollen es jeweils zwei Stunden mehr pro Woche sein. Das Ministerium bestätigte diese genaue Verteilung zunächst jedoch nicht.

Sportstunde für Erstklässler bereits eingeplant

Nach Angaben des Ministeriums wird die konkrete Umsetzung derzeit noch zusammen mit der sogenannten Schulfamilie abgestimmt. Auch wann die erweiterte Stundentafel genau starten soll, blieb zunächst offen. Fest steht aber: Die schon länger angekündigte zusätzliche Sportstunde für die ersten Klassen ab dem Schuljahr 2027/28 wird auf diese sechs neuen Stunden angerechnet.

Für die Umsetzung der Reform werden zusätzliche Lehrkräfte benötigt. Laut Ministerium müssten dafür im kommenden Doppelhaushalt in jedem Fall weitere Stellen geschaffen werden. Eine genaue Zahl nannte das Haus zunächst nicht. Tomaschko geht nach einer ersten groben Schätzung davon aus, dass rund 1300 zusätzliche Lehrkräfte nötig sein werden. Diese Stellen sollen innerhalb von zwei Jahren entstehen.

Reaktion auf deutliche Pisa-Schwächen

Auslöser der Pläne sind die jüngsten Ergebnisse des Pisa-Bildungsmonitorings, die erhebliche Lernrückstände bei Jugendlichen in Deutschland aufgezeigt hatten. Viele 15-Jährige verfehlten demnach die Mindeststandards in Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften.

Bayern hatte bereits nach früheren schwachen Testergebnissen reagiert und den Unterricht in Deutsch und Mathematik an Grundschulen ausgebaut. Damals geschah das allerdings zulasten anderer Fächer, etwa Musik, Kunst und Englisch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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