Bayern

Gas-Deal? Bayern und Kroatien drücken aufs Tempo

Neue Energie für Bayern? Söder setzt auf LNG und Wasserstoff von Kroatiens Insel Krk – doch der Plan hat einen Haken.

02.10.2026, 14:49 Uhr

Bayern und Kroatien wollen den Ausbau einer Gas- und später auch Wasserstoffverbindung von der kroatischen Insel Krk über Slowenien und Österreich bis nach Bayern schneller voranbringen. Nach einem Treffen in Zagreb betonten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kroatiens Regierungschef Andrej Plenković, dass sie dafür auch auf EU-Ebene mehr Druck machen wollen.

Söder sagte, Europa brauche beim Thema Energie deutlich mehr Tempo und eine klare Priorität für solche Vorhaben. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten spürbar verkürzt werden. Bayern wolle dafür sowohl in Berlin als auch in Brüssel werben. Das Projekt müsse zu einem vorrangigen Vorhaben werden. Plenković kündigte weitere Gespräche mit Slowenien und Österreich an.

Beim Zeitplan nannten beide Politiker eine ehrgeizige Perspektive: Plenković sagte, man hoffe auf eine Realisierung innerhalb von zwei Jahren. Söder erklärte, in zwei bis drei Jahren solle mit der Pipeline begonnen werden.

Projekt existiert seit Jahren

Die Idee, Energie aus dem Süden per Pipeline über Slowenien und Österreich nach Bayern zu transportieren, ist nicht neu. Allerdings kommt das Vorhaben offenbar langsamer voran als ursprünglich erhofft. Bereits 2022 hatten Söder, der damalige österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer und Plenković auf Krk für das Projekt geworben.

Vor der Insel Krk liegt ein LNG-Terminal, an dem verflüssigtes Erdgas wieder in gasförmigen Zustand umgewandelt und ins Netz eingespeist wird. Kroatien deckt seinen eigenen Erdgasbedarf nach Angaben der Regierung inzwischen selbst und will überschüssige Mengen an Nachbarländer liefern. Künftig sollen Terminal und Infrastruktur zudem so angepasst werden, dass auch flüssiger Wasserstoff aus erneuerbaren Energien genutzt werden kann.

Terminal auf Krk deutlich ausgebaut

Nach Angaben von Plenković wurde die Kapazität des LNG-Terminals bereits von 2,9 auf 6,1 Milliarden Kubikmeter pro Jahr erhöht. Damit habe Kroatien die Leistungsfähigkeit der Anlage mehr als verdoppelt. Der heimische Bedarf liege bei rund 2,7 Milliarden Kubikmetern jährlich.

Der verbleibende Teil könne anderen Staaten zur Verfügung gestellt werden, sagte der Premier. Über die geplante Pipeline solle so ein Beitrag zur Energiesicherheit in den Nachbarländern geleistet werden.

Ziel bleibt auch grüner Wasserstoff

Schon 2022 hatten Bayern, Kroatien und Österreich in einer gemeinsamen Erklärung betont, bei Energiesicherheit, einer breiteren Aufstellung der Energiequellen sowie einer verlässlichen Versorgung mit Erdgas und Wasserstoff enger zusammenarbeiten zu wollen. Krk solle dabei zu einem wichtigen Knotenpunkt für Europas künftige Energieversorgung werden.

Söder hatte damals als langfristiges Ziel ausgegeben, vor allem grünen Wasserstoff nach Bayern zu bringen. Daran halten die Partner weiterhin fest.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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