Die Deutsche Bahn stellt zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember nach eigenen Angaben ein „starkes Angebot für alle“ in Aussicht. Besonders in Bayern ergeben sich neue Fernverkehrsverbindungen, vor allem für Reisende in Richtung Berlin, Hamburg, Paris, Italien und Wien. Gleichzeitig bringen anstehende Bauarbeiten erneut Einschränkungen mit sich. Tickets sind ab Mittwoch, 14. Oktober, buchbar.
Nürnberg: schneller nach Stuttgart und Berlin
Ab dem 13. Dezember verkehren ab Nürnberg täglich zwei zusätzliche ICE-Sprinter nach Stuttgart und Berlin. Diese Züge halten seltener als herkömmliche ICE-Verbindungen und verkürzen so die Reisezeit deutlich. Nach Stuttgart dauert die Fahrt knapp zwei Stunden, nach Berlin ohne Zwischenstopp rund zwei Stunden und 45 Minuten.
Wegen einer zu geringen Nachfrage streicht die Bahn jedoch an den meisten Wochentagen eine frühe und eine späte Intercity-Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg, die bisher auch in Ellwangen und Ansbach hielt.
Direkt von München nach Mailand und Rom
Ab dem Sommer sollen die italienischen Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszüge regulär in Deutschland eingesetzt werden. Geplant ist eine tägliche Direktverbindung von München über Verona nach Mailand und Rom, ohne Umstieg. Nach Angaben der Bahn könnte sich die Reisezeit dadurch um bis zu eine Stunde verkürzen.
Vorgesehen ist zunächst jeweils eine Verbindung pro Tag nach Italien sowie morgens eine Rückfahrt nach Bayern. Die geplanten Abfahrten ab München liegen bei 14.32 Uhr mit Ankunft um 23.10 Uhr in Rom sowie bei 16.32 Uhr mit Ankunft um 23.05 Uhr in Mailand.

Zusätzliche Paris-Verbindung am Wochenende
Wer von München oder Augsburg direkt mit dem TGV nach Paris reisen möchte, bekommt am Wochenende eine weitere Möglichkeit. Bislang gibt es nur eine tägliche Direktverbindung über Straßburg. Künftig kommt samstags und sonntags eine zusätzliche Fahrt hinzu.
Die Abfahrt ist um 14.29 Uhr in München und um 15.17 Uhr in Augsburg. Auch die Rückreise wird erweitert: Neu ist eine frühe Direktverbindung ab Paris mit Abfahrt um 7.42 Uhr.
Zudem wird die bestehende Paris-Verbindung schneller: Zwischen Ulm und Wendlingen können die Züge am Morgen nun die Schnellfahrstrecke nutzen. Dadurch verkürzt sich die Fahrzeit um etwa 30 Minuten.
Sanierte Strecke: wieder direkt von Nürnberg nach Wien
Mit dem Fahrplanwechsel soll die lange beeinträchtigte Strecke Nürnberg–Regensburg–Passau nach der Sanierung wieder vollständig nutzbar sein. Damit können auch wieder ICE-Züge ohne Umstieg nach Linz und Wien fahren.
Zusätzlich ist von Sonntag bis Freitag eine weitere Abendverbindung vorgesehen. Sie startet in Aschaffenburg um 18.52 Uhr, erreicht Nürnberg um 20.33 Uhr und kommt um 1.03 Uhr nachts in Wien an.
Für die Rückfahrt dieser neuen Verbindung ist allerdings ein früher Start nötig: Die Abfahrt in Wien erfolgt bereits um 4.57 Uhr. Insgesamt bietet die Bahn nach eigenen Angaben zehn Direktverbindungen täglich zwischen Nürnberg und Wien an.
Straubing bekommt zwei zusätzliche ICE-Halte
Während der Korridorsanierung zwischen Obertraubling und Passau werden die Bahnsteige in Straubing modernisiert. Im Zuge dessen sollen dort künftig zwei weitere ICE-Züge halten.
Geplant sind Ankünfte um 21.45 Uhr und 0.01 Uhr. Beide Züge kommen aus Nordrhein-Westfalen und fahren über Frankfurt, Würzburg und Nürnberg. Damit hält der ICE in Straubing künftig sechsmal täglich – allerdings nur zu Randzeiten. Tagsüber fahren die meisten ICE weiterhin über Plattling.
Verbindungen nach Westfalen und Innsbruck kehren zurück
Nach einer Phase mit baubedingten Einschränkungen wird es wieder einen direkten ICE von München, Nürnberg und Würzburg nach Paderborn, Lippstadt und Hamm geben.
Auch Fahrgäste aus Würzburg, Ansbach und Donauwörth profitieren: Die ganzjährige ICE-Verbindung nach Innsbruck kehrt zurück. Im laufenden Jahr war sie über weite Strecken wegen Bauarbeiten über Erfurt und Nürnberg umgeleitet worden.
Sperrung auf der Strecke München–Rosenheim–Salzburg
Kaum ist eine große Sanierung abgeschlossen, steht bereits die nächste an: Vom 8. Februar bis 9. Juli soll die stark genutzte Strecke München–Rosenheim–Salzburg erneuert werden.
Für Fernreisende nach Salzburg bedeutet das über mehrere Monate hinweg deutliche Einschränkungen. Es sollen nur noch drei Eurocity-Züge pro Tag und Richtung verkehren – mit Umweg über Mühldorf am Inn, gezogen von Dieselloks.
Die Railjet-Züge von München nach Budapest werden in dieser Zeit über Passau umgeleitet. Die Eurocity-Verbindungen nach Graz, die dann nur noch zweimal täglich fahren sollen, nehmen den Weg über Wörgl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen der Baustelle will die Bahn in den kommenden Tagen veröffentlichen.
Weitere Baustellen treffen die Nord-Süd-Verbindungen
Auch auf anderen Strecken drohen Einschränkungen. Auf der Verbindung von Augsburg und Donauwörth über Nürnberg nach Berlin wird das Angebot Schritt für Schritt reduziert.
Ab dem 5. Februar 2027 entfällt zunächst eine von acht ICE-Verbindungen. Ab Mai 2027 sollen dann laut Bahn nur noch zwei ICE-Züge täglich auf dieser Route ohne Halt in Nürnberg verkehren. Ab dem 16. Oktober 2027 enden beziehungsweise beginnen diese Züge nur noch in Nürnberg. Für Reisende aus Donauwörth gibt es dann keine Direktverbindung nach Berlin mehr.
Zusätzlich entfallen ab dem 13. August 2027 täglich acht ICE-Züge zwischen Frankfurt und Nürnberg, darunter auch zwei Verbindungen von und nach Passau. Trotz dieser Kürzungen soll zwischen Frankfurt und Nürnberg weiterhin mindestens ein ICE pro Stunde fahren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber