Nach dem Messerangriff an einem Gymnasium in Schongau vor fast zwei Wochen konnte eines der beiden schwer verletzten 13-jährigen Mädchen inzwischen das Krankenhaus verlassen. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ darüber berichtet.
Der tatverdächtige 16-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird unter anderem wegen versuchten Mordes ermittelt. Nach Angaben der Ermittler gibt es Anhaltspunkte für einen extremistischen Hintergrund. Deshalb übernahm in der vergangenen Woche die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) den Fall.
Bei der Attacke am 8. Juli waren zwei 13 Jahre alte Schülerinnen durch Messerstiche schwer verletzt worden. Mitschüler leisteten sofort Erste Hilfe und retteten damit nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich einem der Opfer das Leben. Der Verdächtige wurde anschließend von Lehrkräften und Polizeibeamten überwältigt.
Frühere Ermittlungen gegen den Jugendlichen
Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits mitgeteilt, dass gegen den 16-jährigen Kroaten schon wegen zwei Vorfällen im Jahr 2025 ermittelt worden war. Ihm wird demnach vorgeworfen, Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht zu haben.
Nach der Tat stellten die Ermittler ein Messer, eine Pistole und Munition sicher. Nach dpa-Informationen wurde die Schusswaffe in einem Rucksack gefunden, den der Jugendliche nach dem Angriff auf dem Schulhof in der Nähe des Tatorts abgelegt haben soll. Zudem soll er einen Schuss abgegeben haben, bevor die Waffe versagte. Laut den vorliegenden Informationen erklärte der 16-Jährige, er habe sich die Pistole über das Darknet beschafft.
Außerdem prüfen die Ermittler ein Schreiben, das möglicherweise von dem Verdächtigen stammt. Das der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Dokument enthält zahlreiche Beschimpfungen gegen verschiedene Religionsgemeinschaften und Bevölkerungsgruppen. Beleidigt werden darin aber auch Personen aus seinem persönlichen Umfeld, darunter Mitschüler und Lehrkräfte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber