Festnahme im Augsburger Tötungsfall
Knapp ein Jahr nach der Tötung einer dreifachen Mutter in Augsburg haben Ermittler einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Die 30-Jährige war in ihrer Wohnung durch vier Schüsse in den Kopf getötet worden. Bereits seit Februar steht ein 30 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Augsburg, dem die Tat als Mord vorgeworfen wird.
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, wurde nun der frühere Lebensgefährte der Getöteten festgenommen. Gegen den 43-Jährigen sei nach neuen Ermittlungsergebnissen und Erkenntnissen aus dem laufenden Gerichtsverfahren ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord erwirkt worden.
Der Mann wurde demnach am Dienstag an seinem Wohnort gefasst und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Zuerst hatte die „Augsburger Allgemeine“ über die Festnahme berichtet.
Kinder waren während der Tat im Haus
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Angeklagte, ein 30-Jähriger, der Ziehsohn des Ex-Partners des Opfers sein. Ihm wird vorgeworfen, am späten Abend des 19. Mai vergangenen Jahres unbemerkt in die Wohnung der Frau eingedrungen zu sein und sie dort gezielt erschossen zu haben.
Die Getötete hinterließ drei kleine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter befanden sich während der Tat im Haus und wurden Zeugen des Geschehens. Die Tochter entdeckte ihre schwer verletzte, blutüberströmte Mutter und verständigte über eine Verwandte die Polizei. Die Neunjährige sagte später auch im Prozess aus.
Nach Angaben der Ermittler hatte sich die Frau im April 2025 nach einem Streit von ihrem damaligen Partner getrennt. Anschließend soll dieser den jetzt angeklagten Mann damit beauftragt haben, die Frau zu beobachten und auszuspionieren. Der 30-Jährige bestreitet über seine Verteidiger, die Schüsse abgegeben zu haben. Darüber hinaus äußert er sich in dem Verfahren bislang kaum.
Verdacht auf Auftragsmord
Dass der frühere Partner der Frau in das Verbrechen verwickelt sein könnte, war von Beobachtern des Prozesses schon seit Längerem vermutet worden. Für besonderes Aufsehen sorgte ein Hinweis des Vorsitzenden Richters Michael Eberle, wonach es sich möglicherweise um einen Auftragsmord handeln könnte, hinter dem der Ex-Partner stehen könnte.
Der 43-Jährige war im Verfahren bereits als Zeuge geladen. Zu mehreren Fragen verweigerte er jedoch eine Aussage.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion