Nach den mutmaßlichen Brandanschlägen auf zwei Hochspannungsmasten bei Garching hat das Bayernwerk nach eigenen Angaben mehrere Sicherungs- und Reparaturmaßnahmen umgesetzt. Beschädigte Mastabschnitte seien mit tragfähigen baulichen Übergangslösungen gesichert worden. Dadurch sei die reguläre Stromversorgung wieder vollständig gewährleistet. Die betroffenen Leitungsverbindungen könnten nun erneuert werden, ohne dass der Netzbetrieb unterbrochen werden müsse.
Die beiden Maststandorte sollen zudem eingezäunt und unter anderem per Kamera überwacht werden. Bayernwerk-Chef Egon Leo Westphal erklärte, die Ereignisse der vergangenen Tage zeigten deutlich, dass kritische Infrastruktur zunehmend Ziel gewaltsamer Angriffe werde.
Ermittlungen bei Terrorismus-Zentralstelle
Die Ermittlungen liegen inzwischen bei der bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München teilte auf Anfrage mit, dass wegen des angegriffenen Objekts und der Vorgehensweise von einem politischen Motiv ausgegangen werde. Gleichzeitig werde jedoch in sämtliche Richtungen ermittelt, auch im Hinblick auf mögliche Verbindungen zu früheren Taten.
In der Nacht auf Montag hatten Unbekannte zwei Strommasten nahe Garching bei München in Brand gesetzt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach wenig später von klaren Hinweisen auf Sabotage. Die Brände konnten schnell gelöscht werden. Nach Angaben des Netzbetreibers waren in Ismaning, Aschheim, Finsing, Neuching und Moosinning rund 15.000 Haushalte für etwa 45 Minuten ohne Strom.
Wiederholte Angriffe auf wichtige Anlagen
In München sind in den vergangenen Jahren mehrfach zentrale Infrastruktureinrichtungen Ziel von Brandanschlägen geworden. So kam es im Mai 2021 zu einem großflächigen Stromausfall in der Landeshauptstadt, nachdem in einer Baugrube durch ein mutmaßlich vorsätzlich gelegtes Feuer rund 50 Mittelspannungskabel zerstört worden waren. Ermittler ordnen viele dieser Fälle dem linksextremen Spektrum zu, ohne bislang konkrete Täter benennen zu können.
Westphal betonte, das Bayernwerk arbeite derzeit daran, Schutz und Widerstandsfähigkeit der Netze weiter zu verbessern. Einen vollständigen Schutz vor massiver Gewalt könne es letztlich jedoch nicht geben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion