Münchner Kammerspiele erneut zum „Theater des Jahres“ gewählt
Die Münchner Kammerspiele sind nach einer Befragung des Fachmagazins Theater heute zum „Theater des Jahres“ gekürt worden. Wie das Magazin berichtet, steht das Haus damit nach sechs Jahren wieder an der Spitze des Rankings. Geleitet wird es inzwischen von Barbara Mundel; zuvor hatte Matthias Lilienthal die Intendanz inne. Für die Wertung wurden 45 Kritikerinnen und Kritiker zur vergangenen Spielzeit befragt.
In den vergangenen Jahren ging der Titel an verschiedene Bühnen: 2025 an das Theater Magdeburg, 2024 an das Schauspielhaus Hamburg, 2023 an das Deutsche Theater Berlin und 2022 an das Schauspielhaus Bochum. 2021 wurde wegen der Corona-Pandemie keine Auszeichnung vergeben.
Bereits 2019 und 2020 hatten die Münchner Kammerspiele die Ehrung erhalten. Damals stand noch Matthias Lilienthal an der Spitze des Hauses. Inzwischen ist er an die Berliner Volksbühne gewechselt, wo er unter anderem mit einem vor dem Gebäude eingerichteten Schwimmbadprojekt namens „Volksbad“ Aufmerksamkeit erregte.
Auch die „Inszenierung des Jahres“ kommt aus München
Nicht nur als bestes Theater wurde das Haus ausgezeichnet: Auch die „Inszenierung des Jahres“ stammt von den Münchner Kammerspielen. Geehrt wurde Jan-Christoph Gockels siebenstündiger „Wallenstein“ nach Friedrich Schiller. Das Theater beschreibt die Aufführung als „Schlachtfest in sieben Gängen“ – auf der Bühne werde ein Mythos regelrecht gekocht und verspeist, das Publikum sei eingeladen, daran teilzuhaben.

Zur Schauspielerin des Jahres wurde Paulina Alpen für „Die Welt im Rücken“ am Schauspiel Stuttgart gewählt. Schauspieler des Jahres ist Guido Lambrecht für „Serotonin“ am Hans-Otto-Theater Potsdam. Als Nachwuchskünstlerin wurde Annika Neugart für ihre Leistung in „Wallenstein“ an den Münchner Kammerspielen ausgezeichnet.
Bestes Bühnenbild in Berlin
Das Bühnenbild des Jahres kommt hingegen aus Berlin: Ida Müller wurde für ihren Entwurf zu „Peer Gynt“ an der Berliner Volksbühne geehrt. Für die achtstündige Aufführung ohne Pause, bei der die Türen durchgehend offen bleiben, schuf sie eine comicartige Bühnenwelt.
Als Stücke des Jahres wurden „To My Little Boy“ von Caren Jeß am Thalia-Theater Hamburg sowie „Play Auerbach!“ von Avishai Milstein an den Münchner Kammerspielen ausgezeichnet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber