Beim vierten Münchner Dackelrennen hat in der Königsklasse ab acht Kilogramm erneut „Luitpold“ aus Eching gewonnen. Der Seriensieger setzte sich damit zum vierten Mal in Folge durch. Für die 40 Meter lange Strecke brauchte er nach Angaben der Veranstalter 6,31 Sekunden – und war damit zwar deutlich langsamer als im Vorjahr, aber trotzdem nicht zu schlagen.
In der leichtesten Klasse bis fünf Kilogramm war dagegen der Hund mit dem wohl längsten Namen der schnellste: „Giulietta Beretta vom Rothsee aka Bazooka“ siegte in 6,14 Sekunden.
Die Veranstaltung in der Motorworld München zog am Wochenende laut Veranstaltern gut 30.000 Besucherinnen und Besucher an. Das Rennen war erneut mit der Messe „Dog World“ und einem Bühnenprogramm verbunden. Insgesamt wurden 127 Dackel angemeldet – drei mehr als im Vorjahr. Unter den Teilnehmenden waren neben klangvollen Namen auch viele kurze Klassiker wie Luna, Trudi und Frieda.
Nicht jeder kommt ins Ziel
Die Wettbewerbe werden in mehreren Gewichtsklassen ausgetragen. Gelaufen wird auf einer acht Meter breiten Bahn, jeweils drei Hunde gleichzeitig. Anders als bei Leichtathletikrennen gibt es keine festen Bahnen, damit die Tiere mehr Platz haben und sich nicht eingeengt fühlen.
Nicht jeder Dackel zeigt sich allerdings vom Rennsport begeistert. Manche bleiben unterwegs stehen, andere spielen lieber oder laufen schräg statt geradeaus – und verlieren dadurch Zeit. Veranstalterin Désirée Rohrer nahm es gelassen: „Sie müssen nicht rennen – sie können, wenn sie wollen.“
Die Zeitmessung erfolgt professionell über Chips am Hundekörper. Vor jedem Start werden die Tiere außerdem gewogen und tierärztlich untersucht. Die Startnummer eins trug „Adelheid“ aus Planegg, die es in ihrer Klasse bis ins Viertelfinale schaffte. Für Besitzerin Manuela Lerch war das bereits ein Erfolg: „Viertelfinale, hallo! Da muss man erstmal dabei sein.“
Rennen mit Münchner Tradition
Rohrer hatte die Idee zu dem Event vor einigen Jahren mit Blick auf Münchens frühere Rolle als Dackel-Hochburg. Der Überlieferung nach gehört zum typischen Münchner Grantler traditionell ein Dackel. Dieses Bild prägte auch die Karikaturistin Franziska Bilek, die mit „Herrn Hirnbeiß“ und seinem Hund in der „Abendzeitung“ eine bekannte Münchner Figur schuf.
Beim Dackelrennen steht allerdings nicht das Nörgeln im Mittelpunkt, sondern vor allem der Spaß.
Königsklasse bleibt fest in Luitpolds Pfoten
Als prestigeträchtigste Kategorie gilt weiterhin die Gewichtsklasse über acht Kilogramm. Dort bleibt „Luitpold“ das Maß der Dinge: Auch bei der vierten Auflage des Rennens war der Dackel aus Eching wieder nicht zu schlagen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber