Für nahezu jede Lebenslage lieferte der Münchner Komiker Karl Valentin pointierte Lebensweisheiten. Sätze wie „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“ sind bis heute weithin bekannt. Nach fast zwei Jahren Schließung wegen umfangreicher Umbauten öffnet das Valentin-Karlstadt-Musäum in München nun wieder seine Türen.
Zur Wiedereröffnung sind unter anderem Kabarettauftritte von Luise Kinseher, Teresa Reichl und Christian Springer geplant. Zudem schlüpfen Bele Turba und Johann Anzenberger in die Rollen von Liesl Karlstadt und Karl Valentin, wie das Museum mitteilte. Für Besucherinnen und Besucher ist das Haus ab Freitag wieder zugänglich.
Neue Dauerausstellung für Liesl Karlstadt
Künftig widmet das Museum Valentins berühmter Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt (1892–1960) eine neue Dauerausstellung mit dem Titel „Liesl Karlstadt – Flug zum Mond“. Im Mittelpunkt stehen ihr künstlerisches Schaffen im Zusammenspiel mit Valentin, ihre Soloarbeit sowie ihr ungewöhnliches Leben jenseits gesellschaftlicher Konventionen.
Sprachwitz und rabenschwarzer Humor
Karl Valentin (1882–1948) prägte mit seinem schrägen Humor, surrealen Einfällen und anarchischen Gedanken eine ganz eigene Form der Komik. Manche sehen in dem hageren Münchner sogar einen Wegbereiter des absurden Theaters. Als Alltagsphilosoph, Autor, Filmemacher und Sprachakrobat hinterließ er mehr als 400 Stücke, Szenen, Couplets und Vorträge. Gerade sein tiefschwarzer Humor machte ihn unverwechselbar.
Gemeinsam mit Liesl Karlstadt, die mit bürgerlichem Namen Elisabeth Wellano hieß, feierte Valentin in den 1920er Jahren große Erfolge weit über Bayern hinaus.

Skurrile Exponate im Isartor
Zu sehen sind im Museum im Turm des Münchner Isartors zahlreiche originelle Einfälle Valentins. Dazu gehören etwa das Fahrrad, mit dem er durch „Nacht und Nebel“ fährt, sowie das Steckenpferd aus der Nummer „Schwerer Reiter“, mit der er den Militarismus satirisch aufs Korn nahm.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber