Bayern

Einbürgerungen in Bayern: 2025 sprengt Rekorde

Rekord bei Einbürgerungen in Bayern: Was hinter dem Boom 2025 steckt – und warum Herrmann jetzt Alarm schlägt.

08.05.2026, 15:12 Uhr

Rekord bei Einbürgerungen in Bayern

In Bayern sind im vergangenen Jahr so viele Menschen eingebürgert worden wie nie zuvor. Nach Angaben der Staatsregierung war 2025 ein neues Rekordjahr. Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte bei der Präsentation der Einbürgerungsstatistik in Fürth, dass die Zahl der Einbürgerungen auf 59.573 gestiegen sei. Das sind im Vergleich zum Vorjahr erneut rund zehn Prozent mehr.

Herrmann wertete die Zahlen als Beleg dafür, dass die zuständigen Behörden auch bei einer sehr hohen Zahl von Anträgen arbeitsfähig geblieben seien und den Wunsch vieler Zugewanderter nach einer Einbürgerung erfüllen könnten.

Welche Bedingungen erfüllt sein müssen

Der Minister betonte, dass eine Einbürgerung in Bayern an klare Voraussetzungen geknüpft sei. Eingebürgert würden nur Menschen, die besonders gut integriert seien, ausreichend Deutsch sprächen, ihren Lebensunterhalt selbst sichern könnten und über viele Jahre legal in Deutschland gelebt hätten, ohne strafrechtlich auffällig geworden zu sein.

Viele neue Staatsbürger aus EU-Ländern

Von den 2025 eingebürgerten Menschen kamen 8.936 Personen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Das entspricht etwa 15 Prozent aller Fälle. Die größten Gruppen innerhalb der EU stammten aus:

  • Rumänien: 2.620
  • Polen: 914
  • Italien: 852

Türkei überholt Syrien wieder

Bei den Herkunftsländern außerhalb der EU lag die Türkei mit 6.495 Einbürgerungen an der Spitze und verdrängte damit Syrien wieder auf den zweiten Platz. Der Anteil türkischer Staatsangehöriger an allen Einbürgerungen stieg im Vergleich zum Vorjahr weiter an.

Joachim Herrmann
Die Einbürgerung muss aus Sicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der Schlussstein einer über viele Jahre gelungenen Integration sein. (Archivbild) Quelle: Malin Wunderlich/dpa

Bei Menschen aus Syrien ging die Zahl dagegen deutlich zurück: Nach 9.351 Einbürgerungen im Jahr 2024 wurden 2025 noch 4.979 syrische Staatsangehörige eingebürgert. Ihr Anteil sank damit von 17,2 Prozent auf etwa acht Prozent.

Viele Anträge durch frühere Zuwanderung

Nach Einschätzung der Staatsregierung hängt der Anstieg bei den Anträgen und Einbürgerungen auch damit zusammen, dass viele Menschen, die in den Jahren 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen waren, inzwischen die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen.

Verstärkt wurde diese Entwicklung zudem durch das seit 2024 geltende modernisierte Staatsangehörigkeitsrecht. Ausschlaggebend seien dabei vor allem die grundsätzliche Anerkennung von Mehrstaatigkeit sowie die verkürzte Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung. Insgesamt registrierten die bayerischen Behörden im Jahr 2025 mehr als 85.000 neue Anträge.

Herrmann fordert wieder längere Fristen

Herrmann erneuerte zugleich seine Kritik an den früheren bundesrechtlichen Änderungen. Aus seiner Sicht sollte eine Einbürgerung in der Regel erst wieder nach acht Jahren möglich sein. Er betonte, die deutsche Staatsangehörigkeit müsse am Ende eines über viele Jahre erfolgreichen Integrationsprozesses stehen. Zugleich begrüßte er, dass die Bundesregierung die sogenannte Turboeinbürgerung nach drei Jahren im vergangenen Jahr wieder abgeschafft habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen