Das Wildschwein, das sich auf den Nürnberger Südfriedhof verirrt hatte, ist getötet worden. Wie die Stadt mitteilte, fiel die Entscheidung nach einer gründlichen Einschätzung der Gefahrenlage. Das Tier war demnach mehrfach auch am Tag auf dem Gelände unterwegs und zeigte nur noch wenig Scheu vor Menschen.
Nach Angaben der Stadt handelte es sich um ein rund zwei Jahre altes Jungtier, das in den vergangenen zwei Wochen fast täglich auf dem Friedhof gesichtet worden war. Zunächst wurde der Südfriedhof gesperrt, später jedoch wieder geöffnet, damit Besucher trotz der hohen Temperaturen die Gräber bewässern konnten. Warnschilder wiesen auf das Wildschwein hin.
Keine praktikable Alternative zur Jagd
Zu direkten Vorfällen mit dem Tier sei es laut Stadt zwar nicht gekommen. Dennoch könnten Wildschweine, die ihre natürliche Distanz zum Menschen verlieren, zu einer Gefahr werden. Außerdem bestehe das Risiko der Übertragung verschiedener Krankheiten. Fachleute hätten zwar andere Möglichkeiten wie das Vertreiben oder Einfangen geprüft, diese jedoch als nicht realisierbar eingestuft.
In den vergangenen Monaten hatten Wildschweine immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. So verwüstete Anfang Juni ein Tier in Nürnberg mehrere Gärten und verletzte eine Frau. Bereits im März war ein Wildschwein in ein Berliner Einkaufszentrum gelaufen und konnte erst Stunden später von der Polizei ins Freie getrieben werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber