Bundeswehr trainiert mit Eurofightern am Flughafen Nürnberg
Auf dem Flughafen Nürnberg sind am Mittag Kampfjets der Bundeswehr gelandet. Dort wird nun eine Woche lang im Rahmen der Übung „Dispersed Operations“ die Zusammenarbeit mit zivilen Strukturen trainiert. Dabei geht es unter anderem darum, Flugzeuge vom Luftwaffenstandort Neuburg an der Donau auf andere Plätze zu verlegen.
Hintergrund ist die Einsatzfähigkeit im Verteidigungsfall: Wären alle Maschinen an einem einzigen Fliegerhorst gebündelt, wäre das ein leichtes Ziel. Zudem könnten Flugzeuge in der Luft dort nicht mehr landen, falls die Infrastruktur beschädigt oder zerstört wäre.
Abläufe, Feuerwehr und Anflüge im Fokus
Nach Angaben im Vorfeld dient das Manöver dazu, Prozesse einzuüben und die Kooperation mit zivilen Stellen zu verbessern. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr des Flughafens. Zusätzlich stehen technische Abläufe sowie Anflüge im Sicht- und Instrumentenflug auf dem Programm.
„Natürlich wollen wir dadurch unsere Einsatzbereitschaft stärken, auch flexibler insgesamt werden und ein Stück weit unberechenbarer und widerstandsfähiger in der Bundeswehr“, sagte Oberstleutnant Marcus Dankesreiter, einer der Jetpiloten. Die Übung stehe nicht im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise, sondern sei „normales Trainingsgeschäft“.
Von Montag bis Freitag sind insgesamt 74 Starts und Landungen mit vier Eurofighter-Jets vorgesehen. Der reguläre zivile Flugverkehr soll dabei nicht beeinträchtigt werden. Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe sagte, der zivile Verkehr werde in keiner Weise eingeschränkt.
Für Anwohnerinnen und Anwohner kann es allerdings kurzfristig zu mehr Lärm kommen, da die Kampfjets lauter sind als Verkehrsflugzeuge. Flüge in den frühen Morgenstunden oder am Abend sind deshalb nicht geplant.
Nürnberg als Ausweichstandort
Der Flughafen Nürnberg dient schon seit einiger Zeit als Ausweichstandort für die in Neuburg stationierte Alarmrotte der Luftwaffe. Der Albrecht-Dürer-Airport ist nach München der zweitgrößte Verkehrsflughafen Bayerns. Im vergangenen Jahr wurden dort 4,51 Millionen Passagiere abgefertigt. Zudem registrierte der Flughafen knapp 53.000 Starts und Landungen.
Unter dem Titel „Dispersed Operations“ übt die Bundeswehr bereits seit dem vergangenen Jahr an mehreren Standorten die militärisch-zivile Zusammenarbeit. Bereits im Juni hatte die Bundeswehr unter demselben Übungstitel mit Tornado-Kampfflugzeugen am Hamburger Flughafen trainiert. Im November ist laut Luftwaffe auch eine Übung am Flughafen Weeze am Niederrhein geplant.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber