Bayern

Darum drängt die Musikhochschule zur Normalität

Nach Monaten voller Streit und Skandale soll an der Hochschule nach dem Rücktritt endlich Ruhe einkehren – gelingt der Neustart?

19.10.2026, 15:21 Uhr

Nach dem Rücktritt von Präsident Rainer Kotzian infolge von Vorwürfen des Machtmissbrauchs bemüht sich die Hochschule für Musik Nürnberg um Stabilität. Wie die Hochschule mitteilte, soll die bisherige Vizepräsidentin Renate Reitinger zunächst kommissarisch die Leitung übernehmen. Kotzian werde künftig nicht mehr unterrichten und stattdessen ausschließlich im Forschungsbereich tätig sein.

Reitinger und die zweite Vizepräsidentin Maren Wilhelm hatten nach Kotzians Rückzug ebenfalls angeboten, ihre Ämter niederzulegen. Der Hochschulrat habe dies jedoch einstimmig abgelehnt.

Monate der Unruhe

Kotzian hatte nach einer längeren Phase interner Spannungen eingeräumt, ein unangemessenes Gespräch mit einer Studentin geführt zu haben. Er erklärte, er habe nicht ausreichend bedacht, dass auch in einem von Vertrauen geprägten Verhältnis das Machtgefälle zwischen Professor und Studentin bestehen bleibe. Daraus ergebe sich eine besondere Verantwortung für Rahmen und Form eines solchen Gesprächs, deren Bedeutung er bedaure.

Der Vorfall aus dem November des vergangenen Jahres hatte an der Hochschule über Monate hinweg für erhebliche Unruhe gesorgt. Studierende schilderten die Ereignisse laut Medienberichten auf teils öffentlich angebrachten Aushängen anders und warfen dem Professor vor, den Vorgang zu verharmlosen.

Unabhängige Untersuchung angekündigt

Die Hochschule kündigte an, die Ereignisse der vergangenen Monate konsequent und durch eine unabhängige Stelle aufarbeiten zu lassen. Zugleich stehe die Einrichtung nun vor einer schwierigen Phase. Für das nun vakante Präsidentenamt soll ein Ausschreibungsverfahren gestartet werden.

Auch Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) äußerte sich zu dem Rücktritt. Er erklärte, er respektiere Kotzians Entscheidung, das Amt niederzulegen. Zugleich betonte er, die erhobenen Vorwürfe müssten gründlich untersucht und aufgearbeitet werden. Hochschulen müssten Orte des Vertrauens und des respektvollen Miteinanders sein. Deshalb seien unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgänge alle erforderlichen Schritte zur Aufklärung eingeleitet und die Landesanwaltschaft eingeschaltet worden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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