Bayern

Cold Case Peggy: Wer ist der Täter?

25 Jahre nach Peggys Verschwinden bleibt die wichtigste Frage offen: Wer tötete das Kind? Der Cold Case, der Deutschland erschütterte.

06.05.2026, 07:30 Uhr

Fall Peggy bleibt auch 25 Jahre nach dem Verschwinden ungeklärt

Trotz groß angelegter Suchaktionen, Einsätzen von Bundeswehr-Tornados und eines bewegenden öffentlichen Appells ihrer Mutter blieb das Schicksal der kleinen Peggy aus Lichtenberg lange ungeklärt. Am 7. Mai 2001 verschwand das neunjährige Mädchen in dem oberfränkischen Ort nahe der bayerischen Grenze spurlos auf dem Heimweg von der Schule. Wo sich ihre sterblichen Überreste befanden, war über viele Jahre unbekannt. Bis heute ist zudem nicht geklärt, was dem Kind genau widerfuhr.

Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Kriminalfällen in Deutschland. Immer wieder wurde er in True-Crime-Formaten aufgegriffen. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen nach möglichen Ermittlungsfehlern, bislang übersehenen Spuren und der Identität des Täters.

Staatsanwaltschaft sieht derzeit keine neuen Ansätze

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bayreuth sind die Ermittlungen aktuell ausgeschöpft. Eine Sprecherin erklärte, es gebe derzeit keine weiteren erfolgversprechenden Ansätze. Auch neue Untersuchungsmethoden ließen nach heutigem Stand keine zusätzlichen Erkenntnisse erwarten. Man habe alles versucht, was möglich gewesen sei.

Unmittelbar nach Peggys Verschwinden suchten Einsatzkräfte intensiv nach dem Mädchen, jedoch ohne Erfolg. Zahlreiche Spuren verliefen im Sande. Auch der öffentliche Auftritt der verzweifelten Mutter wenige Tage nach dem Verschwinden führte zu keinem Durchbruch.

Später rückte ein junger Mann aus Lichtenberg mit geistiger Einschränkung in den Fokus der Ermittler. Er wurde zunächst verurteilt, kam nach einem Wiederaufnahmeverfahren jedoch wieder frei.

Leiche 2016 in Thüringen entdeckt

Erst 2016 wurden Peggys sterbliche Überreste gefunden. Ein Pilzsammler stieß in einem Waldgebiet in Thüringen auf die Leiche. Zeitweise geriet daraufhin ein weiterer Mann ins Visier der Ermittlungsbehörden, doch auch in diesem Fall reichten die Hinweise nicht für eine belastbare Tatzuordnung aus. Eine zivilrechtliche Klage von Peggys Mutter auf Schmerzensgeld gegen diesen Mann blieb ohne Erfolg.

Auch alte Fälle werden immer wieder neu aufgerollt

Dass sogenannte Cold Cases nach vielen Jahren doch noch einmal neu untersucht werden, kommt immer wieder vor. So beginnt ausgerechnet am 7. Mai, also 25 Jahre nach Peggys Verschwinden, in Aschaffenburg ein Mordprozess zu einem fast vier Jahrzehnte zurückliegenden Fall. Ein Angeklagter soll 1984 eine 19 Jahre alte Frau erwürgt haben.

Auch in Schwaben und Mittelfranken beschäftigen sich Ermittler erneut mit dem Mord an einem zwölfjährigen Mädchen, der sich nahe Fürth vor rund 50 Jahren ereignet haben soll. Hintergrund ist der Verdacht, dass es Verbindungen zu einem ähnlichen Verbrechen im Allgäu geben könnte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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