Vorfälle am Flughafen München seit 1992
Seit der Eröffnung des Münchner Flughafens im Jahr 1992 hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) mindestens 15 Ereignisse dort untersucht – bei mehr als 11,3 Millionen Flugbewegungen. Dazu kommen zwei aktuelle Pannen vom vergangenen Samstag und Montag. Schwerwiegende Folgen gab es in allen Fällen nicht. Ein Überblick über ausgewählte Zwischenfälle auf Grundlage der BFU-Berichte.
16. Oktober 1993
Eine MD-81 auf dem Weg von München nach Zürich musste wegen starker Rauchentwicklung im Cockpit umkehren und außerplanmäßig landen. An Bord befanden sich 88 Passagiere sowie sieben Crewmitglieder. Beim Anflug war die Sicht der Piloten im Cockpit stark eingeschränkt. Bei der vorsorglichen Evakuierung wurden 14 Reisende und ein Mitglied der Besatzung leicht verletzt.
14. September 2002
Eine Canadair CL 600 aus dem italienischen Cagliari setzte in München mit eingefahrenem Bugfahrwerk auf, weil sich nur die beiden Hauptfahrwerke ausfahren ließen. Das Flugzeug kam auf der Piste zum Stillstand. Die 49 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder verließen die Maschine über die Notausgänge auf den Tragflächen sowie den vorderen Ausgang.
5. Januar 2004
Eine aus Wien kommende Fokker 70 musste nach Problemen mit einem Triebwerk notlanden. Ursache war Eisbildung. Das Flugzeug setzte rund 4,5 Kilometer vor der Landebahn auf einem verschneiten Feld auf und kam schwer beschädigt auf dem Rumpf zum Liegen, nachdem das Fahrwerk nur teilweise ausgefahren war. Die vier Crewmitglieder und 28 Passagiere konnten das Flugzeug eigenständig verlassen.
17. August 2007
Ein Airbus A330-200 erlitt beim Rollen in einer Kurve einen Bruch an einem Fahrwerksträger. Die Piloten stoppten die Maschine sofort. Alle 244 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder verließen das Flugzeug auf dem Rollweg über Treppen unverletzt.
21. September 2007
Bei einer DHC-8-400, die sich im Anflug auf Florenz befand, ließ sich das Bugfahrwerk nicht ausfahren. Die Crew entschied sich, nach München zurückzukehren und dort mit ausgefahrenen Hauptfahrwerken notzulanden. Später stellte sich heraus, dass eine gebrochene Schraubenfeder das Bugfahrwerk blockiert hatte. Die Passagiere konnten das Flugzeug anschließend über eine Treppe verlassen.
17. Mai 2012
Kurz nach dem Start bemerkte eine Flugbegleiterin in einer ATR 72-500 Rauch in der Kabine. An Bord waren vier Besatzungsmitglieder und 58 Passagiere. Die Maschine kehrte um und streifte bei der Landung eine Antenne der Sichtweitenmessanlage. Anschließend brach das Bugfahrwerk an einer Bodenwelle zusammen, das Flugzeug kam nach etwa 300 Metern im Gras zum Stehen. Sechs Passagiere wurden bei der Evakuierung über die Notausgänge leicht verletzt.
20. Januar 2016
Ein Airbus A320-216 stieß beim Verlassen der Enteisungsfläche mit zwei Enteisungsfahrzeugen zusammen. Verletzt wurde niemand.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber