Bayern

Bayern-Schock: Vier Badetote am heißen Wochenende

Bei fast 40 Grad suchen viele Bayern Abkühlung im Wasser – für einige endet der Badetag tragisch. Was an den Seen passierte.

29.06.2026, 11:40 Uhr

Bei Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke hat es am Wochenende in Bayern mehrere schwere Badeunfälle gegeben. Nach Angaben der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) kamen vier Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Wie eine BRK-Sprecherin am Montag mitteilte, passierten alle vier tödlichen Unglücke in Oberbayern.

Damit stieg die Zahl der tödlichen Badeunfälle im Freistaat seit Jahresbeginn laut BRK auf 21. In 20 Fällen handelte es sich demnach um Männer.

Zwei Todesfälle am Sonntag

Am Sonntagabend starb ein 84 Jahre alter Mann im Starnberger See. Nach Angaben der Polizei ging der Senior dort regelmäßig schwimmen. Als er nicht wie gewohnt zurückkehrte, verständigte seine Familie die Einsatzkräfte.

Ebenfalls am Sonntag geriet ein 31-Jähriger im Olchinger See bei München in Not. Laut Polizei war er rund zehn Meter vom Ufer entfernt, als er unterging. Zeugen alarmierten sofort die Wasserwacht, die den Mann aus dem Wasser holte. Er starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Nach bisherigem Stand konnte der 31-Jährige nicht schwimmen.

Sechsjähriger stirbt in Naturbad in der Oberpfalz

Am Samstag kam zudem ein sechs Jahre alter Junge in einem Naturbad in Schnaittenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach ums Leben. Nach ersten Erkenntnissen war das Kind mit seinen Eltern dort, ging jedoch unbeaufsichtigt ins Wasser, obwohl es nicht schwimmen konnte. Zwei andere Kinder bemerkten den regungslosen Jungen im Wasser und holten den Bademeister. Der Bub wurde per Hubschrauber in eine Klinik gebracht, starb dort jedoch.

Im schwäbischen Ichenhausen im Landkreis Günzburg retteten Ersthelfer am Samstag außerdem eine 44 Jahre alte Frau aus der Günz. Die Frau konnte laut Polizei nicht schwimmen und kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus.

Bereits am Freitag weitere tödliche Unglücke

Schon am Freitag ertrank ein 23-Jähriger im Starnberger See. Nach Polizeiangaben war er von einem Boot aus ins Wasser gesprungen und danach nicht mehr aufgetaucht. Mehrere Menschen versuchten noch, ihn zu retten, jedoch ohne Erfolg. Taucher fanden den jungen Mann später in etwa acht Metern Tiefe.

Auf dem Chiemsee starb außerdem ein 68-Jähriger. Nach Angaben der Polizei war er von einem Elektroboot aus ins Wasser geraten, als er baden gehen wollte. Kurz darauf verlor ihn seine Begleiterin aus den Augen. Rettungskräfte fanden den Mann später leblos im See. Die Kriminalpolizei ermittelt zu den genauen Umständen.

Thomas Huber, Landesvorsitzender der BRK-Wasserwacht Bayern, warnte erneut vor den Gefahren. Offene Gewässer seien keine Schwimmbäder. Große Entfernungen, kaltes Wasser, Erschöpfung oder schon ein kurzer Moment der Unsicherheit könnten schnell lebensgefährlich werden.

Fünfjähriger in Oberfranken aus Badesee gerettet

In Trebgast im Landkreis Kulmbach musste ein Vater seinen fünf Jahre alten Sohn aus einem Badesee retten. Als er den Jungen im Wasser fand, war das Kind bereits bewusstlos, teilte die Polizei mit. Der Fünfjährige hatte zuvor am Steg am Ufer gespielt und war dann verschwunden. Andere Badegäste berichteten dem Vater, der Junge habe tauchen wollen.

Der Vater sprang ins Wasser und zog seinen Sohn heraus. Ersthelfer reanimierten das Kind, bevor es in eine Kinderklinik gebracht wurde.

90-Jährige nach Suchaktion aus Schlamm befreit

In Riedering im Landkreis Rosenheim musste am Samstag eine 90 Jahre alte Frau nach einer Suchaktion gerettet werden. Laut Polizei war sie nach dem Schwimmen in einem See nicht nach Hause zurückgekehrt. Angehörige entdeckten in der Nähe des Tinninger Sees ihre Badesachen und wählten den Notruf.

Kurze Zeit später fanden Einsatzkräfte die Seniorin am Ufer eines Bachbetts. Dort steckte sie im schlammigen Untergrund fest und konnte sich nicht mehr allein befreien. Sanitäter brachten sie in eine Klinik. Nach ambulanter Behandlung durfte sie wieder nach Hause.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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