Bayern

Augsburg: Tödliches Borna-Virus

Schon wieder ein Borna-Todesfall in Bayern: Das seltene Virus trifft kaum jemanden – doch wenn, endet es oft tödlich.

07.05.2026, 12:13 Uhr

Erneut ist in Bayern ein Mensch nach einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Wie das Gesundheitsamt Augsburg mitteilte, wurde der Erreger in Augsburg nachgewiesen. Das Virus wird vor allem durch die Feldspitzmaus übertragen. Infektionen beim Menschen sind äußerst selten, verlaufen jedoch meist lebensbedrohlich.

Nach einer Ansteckung entwickelt sich typischerweise sehr schnell eine Entzündung des Gehirns. Dazu können Verwirrtheit, geistiger Abbau, Sprachprobleme und epileptische Anfälle kommen, erklärte Professor Markus Naumann, Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg.

Bereits Ende April war im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu ein tödlicher Fall registriert worden. Deutschlandweit werden pro Jahr weniger als zehn Infektionen gemeldet, viele davon in Bayern.

Schon im März hatte es einen Fall im Landkreis Erding gegeben. Im Herbst 2025 starb zudem ein 57-jähriger Mensch im Landkreis Tirschenreuth. Einige Monate davor waren bereits zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Virus gestorben. In Augsburg waren zuletzt im Jahr 2023 zwei Erkrankungen bekannt geworden.

Feldspitzmaus gilt als Reservoir

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit kommt das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) in der Feldspitzmaus vor. Fachleute gehen davon aus, dass sich Menschen über Kontakt mit Ausscheidungen der Tiere infizieren können. Infizierte Feldspitzmäuse geben das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut ab, ohne selbst krank zu werden.

Lebende oder tote Tiere sollten deshalb nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Wer eine tote Maus oder deren Ausscheidungen beseitigt oder an Orten arbeitet, an denen Feldspitzmäuse vorkommen und Staub aufgewirbelt werden kann, sollte Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eine Feinstaubmaske tragen. Das gilt etwa beim Kehren eines Schuppens. Anschließend wird empfohlen zu duschen, die Kleidung zu waschen und möglicherweise verunreinigte Flächen gründlich zu reinigen. Tierkadaver sollten in einem verschlossenen Plastikbeutel über den Hausmüll entsorgt werden.

Feldspitzmäuse fressen Insekten, sind scheu, nachtaktiv und nur selten zu sehen. Kennzeichnend ist ihr deutlich spitzeres Gesicht im Vergleich zu anderen Mäusen.

Der Erreger ist bei Tieren schon lange bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auch Menschen infizieren kann und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen auslöst. Seit 2020 ist die Erkrankung meldepflichtig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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