Bayern

Alarm-Umfrage: Zwei Drittel der Bayern schlafen zu wenig

Bayerns Schlafkrise: Die meisten schlafen viel zu wenig – und zahlen dafür mit Folgen, die viele völlig unterschätzen.

01.10.2026, 09:40 Uhr

Weniger als ein Drittel der Menschen in Bayern schläft laut einer repräsentativen Umfrage regelmäßig die empfohlenen sieben bis neun Stunden pro Nacht. Im Umkehrschluss erreichen 71 Prozent dieses medizinisch angeratene Maß nicht, wie aus einer Erhebung im Auftrag der AOK Bayern hervorgeht. Fast jeder Dritte kommt demnach auf weniger als sechs Stunden Schlaf, fünf Prozent sogar auf unter fünf Stunden. Zwischen Männern und Frauen zeigen sich bei der Schlafdauer kaum Unterschiede.

Anders sieht es bei Schlafbeschwerden aus: Verzögertes Einschlafen oder zu frühes Erwachen betrifft nach eigenen Angaben 62 Prozent der Frauen und 52 Prozent der Männer. Insgesamt berichteten 57 Prozent der Befragten, in den vergangenen drei Monaten wiederholt oder dauerhaft unter Schlafstörungen gelitten zu haben.

Knapp ein Drittel ist ein- oder mehrmals pro Woche von gestörtem Schlaf betroffen, 15 Prozent sogar nahezu jede Nacht. Rund 80 Prozent der Betroffenen haben Schwierigkeiten beim Durchschlafen, etwa die Hälfte kämpft mit Einschlafproblemen, und 43 Prozent wachen zu früh auf. Während jüngere Menschen häufiger Probleme beim Einschlafen haben, leiden ältere eher unter unterbrochenem Schlaf.

Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration

Die AOK Bayern zieht das Fazit, dass Schlafprobleme längst weit verbreitet sind. Gesunder Schlaf sei wichtig, damit sich der Körper erholen kann, das Gehirn Erlebtes verarbeitet und man morgens ausgeruht in den Tag startet. Fehlt diese Erholung, beginne der Alltag oft schon mit Müdigkeit und Erschöpfung.

Entsprechend gaben 45 beziehungsweise 42 Prozent der Betroffenen an, sich im Alltag weniger belastbar zu fühlen und bei der Arbeit oder im Studium weniger leistungsfähig zu sein. Nur elf Prozent sehen nach eigenen Angaben keine Folgen ihrer Schlafprobleme für Alltag, Gesundheit oder Wohlbefinden.

Stress und seelische Belastungen als wichtigste Auslöser

Als Hauptgründe für schlechten Schlaf nennt die Umfrage vor allem Stress sowie psychische Belastungen im Berufs- und Privatleben. Darüber hinaus wirken sich auch eine unangenehme Raumtemperatur und körperliche Beschwerden negativ auf die Nachtruhe aus. AOK-Expertin Annette Lutz betonte, dass die Auswirkungen von Stress auf den Schlaf individuell sehr unterschiedlich seien und unter anderem davon abhingen, wie gut jemand mit Belastungen umgehen könne.

Wichtig sei daher, auf Warnsignale zu achten und rechtzeitig zu erkennen, wann Schlafprobleme zu einer ernsten Belastung werden. In Bayern hat bereits ein Viertel der Betroffenen deswegen ärztliche oder psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Sechs Prozent nutzen verschreibungspflichtige Medikamente, um einschlafen zu können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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