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ZDF-Kommissar jagt Täter im Koma

Schachfiguren, brutale Morde, ein Kommissar im Koma: Dieser Bodensee-Krimi führt in ein verlassenes Kinderheim – und eine düstere Welt.

31.08.2026, 08:22 Uhr

Rätselhafte Schachfiguren und ein Ermittler im Koma: Neue Folge von "Die Toten vom Bodensee"

Immer wieder erscheinen scheinbar wie aus dem Nichts hölzerne Schachfiguren: mal ein Springer, mal ein Läufer. Woher sie stammen, ist unklar. Zugleich steht die Frage im Raum, ob sie mit zwei brutalen Tötungsdelikten zusammenhängen – einem erschlagenen Pfarrer und einem mit einem Schwert getöteten Urlauber.

In der neuen Episode "Im Schattenreich" der ZDF-Krimireihe "Die Toten vom Bodensee" führt die Spur in ein ehemaliges Heim für schwer erziehbare Kinder. Die Folge läuft am 7. September um 20.15 Uhr im ZDF und ist bereits ab 31. August im Streaming-Angebot verfügbar. Der frühere "Sonnenhof Bregenz" liegt heute verlassen mitten im Wald und wirkt wie ein typischer Lost Place.

Kommissar Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) durchstreift das verlassene Gebäude mit der Taschenlampe. Dabei stößt er auf verstörende Details: ein Bett mit Fesseln und geheimnisvolle Zahlen- und Buchstabenkombinationen an den Wänden.

Ermittlungen zwischen Realität und Zwischenwelt

Seit dem Start im Jahr 2014 zählt "Die Toten vom Bodensee" zu den verlässlichen Erfolgstiteln des ZDF. Nach Senderangaben erreichten die ersten 24 Folgen bei ihren Erstausstrahlungen zwischen 6,4 und 8,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Auch in der Mediathek bleibt die Reihe stark gefragt.

Die inzwischen 25. Folge setzt diesmal weniger auf Übersinnliches als auf einen eher greifbaren Hintergrund. Okkulte Rituale oder ähnliche mystische Elemente stehen nicht im Mittelpunkt. Das Motiv des Täters ist letztlich bodenständig und könnte auch in anderen Krimiformaten funktionieren.

Ungewöhnlich ist jedoch der erzählerische Kniff: Oberländer wird niedergestochen, kommt ins Krankenhaus und ermittelt aus dem Koma heraus weiter. In einer rötlich gefärbten Zwischenwelt findet er sich plötzlich wieder im Kinderheim. Dort sitzt ein Jugendlicher an einem Tisch und spielt Schach.

Schauspieler Matthias Koeberlin erklärte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass er selbst kein Schachspieler sei. Vielmehr verstehe er das Spiel nur in Ansätzen.

Besonders fordernd seien für ihn die Unterwasserszenen gewesen, die einen Tag lang in einer Tauchschule in Wien gedreht wurden. Am Abend wisse man dann genau, was man geleistet habe, sagte der 52-Jährige. Solche körperlich anstrengenden Szenen brauche er nicht zwingend, doch wenn sie der Geschichte dienten, mache er sie gern.

Auf andere Weise belastend seien die Dreharbeiten im Krankenhausbett gewesen. Kollegen hätten ihn zunächst damit aufgezogen, er müsse nun zwei Wochen lang nur herumliegen. Tatsächlich habe sich das als überraschend anstrengend erwiesen.

Spannungen im Team und ein weiteres mögliches Opfer

Während Oberländer im Koma liegt, reagieren seine Kollegin Mara Eisler (Anna Werner Friedmann) und Kriminalchefinspektor Thomas Komlatschek (Hary Prinz) sehr unterschiedlich auf die Situation. Die Spannungen zwischen beiden nehmen deutlich zu, dennoch suchen sie immer wieder die Nähe zu ihrem Kollegen am Krankenbett.

Komlatschek sagt in einem unbeobachteten Moment: "Sie können mich doch nicht allein lassen mit der Eisler." Eisler wiederum kommt später mit Ermittlungsakten ins Krankenhaus und meint trocken, sie wolle ihn über den aktuellen Stand informieren – schließlich habe er gerade ohnehin nichts Besseres zu tun.

Für das Ermittlerteam außerhalb von Oberländers Koma-Welt wird klar, dass der Täter nicht nur töten, sondern seine Opfer gezielt quälen wollte. Gleichzeitig ergeben sich neue Ungereimtheiten: So hatte der ermordete Tourist noch vor seinem Tod einen Trauerkranz für die Gedenkfeier des Pfarrers organisieren lassen.

Oberländer ist seinen Kollegen in der seltsamen Parallelwelt schließlich einen Schritt voraus. Ihm wird klar, dass der Mörder wohl noch mindestens eine weitere Person ins Visier genommen hat. Doch obwohl er die Erkenntnis nahezu hinausschreit, ist eine Verständigung mit der Außenwelt kaum möglich.

Reihe bleibt auf Erfolgskurs

Koeberlin berichtete außerdem, er habe angeregt, einzelne Fälle erzählerisch anders anzugehen und neue Formen auszuprobieren. In dieser Folge sei genau das umgesetzt worden. Ideen für weitere klassische Fälle des deutsch-österreichischen Ermittlerduos gebe es aber weiterhin genug. In diesem Jahr seien erneut drei neue Filme entstanden.

Auch wenn Oberländers Zustand in dieser Episode zeitweise den Eindruck erweckt, als könnte ein Abschied der Figur bevorstehen, sieht Koeberlin dafür keinen Anlass. Solange er nicht das Gefühl habe, dass die Geschichte der Rolle auserzählt sei und sich der Kreis schließe, wolle er weitermachen. Nach eigener Einschätzung sind also noch einige weitere Runden möglich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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