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Wunder von Laos? Warum das Höhlendrama noch nicht endet

Fünf Goldsucher entkommen wie durch ein Wunder der Höhle – doch für zwei Vermisste beginnt jetzt der gefährlichste Teil.

31.05.2026, 07:52 Uhr

Das glückliche Ende für fünf in einer Höhle in Laos eingeschlossene Goldsucher wird weiter von der Sorge um zwei Vermisste überschattet. Nach Angaben des an der Mission beteiligten australischen Höhlentauchers Josh Richards ist die Suche nach ihnen wieder angelaufen. Allerdings führe sie die Einsatzkräfte nun in noch schwerer zugängliche Bereiche des Höhlensystems. Für die Taucher beginne damit womöglich erst jetzt der gefährlichste Abschnitt des Einsatzes.

Die geretteten Männer werden inzwischen in einem Krankenhaus versorgt. Laut Richards haben sie Verletzungen davongetragen, ihr Zustand verbessere sich aber. Nachdem am Freitagabend zunächst ein Mann mit Hilfe von Spezialisten aus der Höhle geholt worden war, konnten sich die übrigen vier am Samstag überraschend aus eigener Kraft ins Freie retten.

Tief im Berg eingeschlossen

Die Männer waren vor mehr als zehn Tagen in einer entlegenen Höhle in der nordlaotischen Provinz Xaisomboun nach Gold suchen gegangen. Dann setzte plötzlich heftiger Monsunregen ein, der das Höhlensystem überflutete. Zusätzlich kam es zu einem Erdrutsch. Danach galten sieben Männer als vermisst.

Aus der Rettungsaktion wurde rasch ein internationaler Großeinsatz mit Fachleuten aus mehreren Ländern. Am Mittwoch fanden internationale Höhlentaucher schließlich fünf der Vermissten lebend in einer Kammer, mehrere hundert Meter vom Höhleneingang entfernt. Sie waren entkräftet und hungrig, ansonsten aber zunächst unverletzt. Zwei Goldsucher werden weiterhin vermisst.

Höhlenunglück in Laos
Die Rettungskräfte um den finnischen Höhlentaucher Mikko Paasi hatten seit Tagen unermüdlich an der Rettung gearbeitet. Quelle: Josh Richards/dpa

Unerwartete Wende bei der Rettung

Am Samstag nahm das Drama eine überraschende Wendung. Nachdem am Vorabend ein erster Eingeschlossener in einer komplizierten Rettungsaktion geborgen worden war, gelang den vier anderen tags darauf völlig unerwartet die Flucht aus der Höhle. Noch kurz zuvor hatten Experten weitere Bergungsversuche wegen der extremen Risiken kaum für machbar gehalten.

Offenbar war der Wasserstand durch das ständige Abpumpen so weit gesunken, dass die Männer den Versuch wagten, ihr unterirdisches Versteck selbst zu verlassen. Da sie keinerlei Taucherfahrung hatten, wäre eine Rettung durch tiefes Wasser besonders schwierig gewesen. Wie genau sie die sehr engen Passagen allein überwinden konnten, ist bislang unklar. Viele Abschnitte waren nur kriechend passierbar.

Suche nach zwei Vermissten geht weiter

Trotz neuer Regenfälle am Samstag wird die Suche nach den zwei noch fehlenden Männern fortgesetzt. Richards sagte, die Teams wollten über jene Kammer hinaus vordringen, in der die fünf Überlebenden entdeckt worden waren.

Nach seinen Worten hätten die geretteten Männer eine Skizze übergeben, die auf einen weiteren Gang hinter der Kammer hindeute. Dieser Abschnitt müsse allerdings betaucht werden und scheine noch enger und schwieriger zu sein. Dahinter befinde sich ein Hohlraum – möglicherweise der einzige Ort, an dem die beiden Vermissten noch sein könnten. Richards betonte, er werde selbst hineingehen, falls es nötig sei.

Selbst Experten am Limit

Auch für erfahrene Höhlentaucher stellt die Höhle in Laos eine außergewöhnliche Herausforderung dar. Der finnische Taucher Mikko Paasi, einer der führenden Köpfe der Mission, zog einen Vergleich zur Tham-Luang-Höhle in Thailand, wo 2018 eine Jugendfußballmannschaft samt Trainer über zwei Wochen eingeschlossen war. Paasi war auch damals an der Rettung beteiligt. Gegenüber CNN sagte er, in Laos habe er noch mehr Angst gehabt als bei dem Einsatz in Thailand.

Die Tunnel seien so eng, dass selbst Spezialisten an ihre Grenzen gekommen seien. Menschen mit Platzangst hätten diese Passagen kaum ertragen können, erklärte Paasi. Teilweise hätten die Retter ausatmen müssen, um sich Zentimeter für Zentimeter durch Engstellen zu drücken.

Riskante Goldsuche in Laos

Der Vorfall lenkt zugleich den Blick auf die oft wenig beachtete Schattenwirtschaft im ländlichen Laos, einem der ärmsten Staaten Südostasiens. Angehörige zufolge waren die Männer in die Höhle gegangen, um Gold zu suchen und damit ihre Familien zu unterstützen. In einigen Regionen des Landes hat die informelle Goldsuche in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Menschenrechtsorganisationen und Entwicklungsinitiativen warnen seit Langem vor den erheblichen Gefahren dieser Arbeit.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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