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«Tiroler Blut»: Was Annas Rückkehr auslöst

Polizei liegt den Grubers im Blut – nur Anna will raus. Doch ein brisanter Fall zieht sie mitten hinein in „Tiroler Blut“.

12.10.2026, 07:30 Uhr

ARD-Krimi „Tiroler Blut“: Zweiter Fall verbindet Familiengeschichte und Ermittlungen

Mit „Am Abgrund“ setzt die ARD ihre neue Krimireihe „Tiroler Blut“ fort. Auch die zweite Episode verknüpft einen komplexen Fall mit dem Privatleben der Polizistenfamilie Gruber. Das Drehbuch stammt erneut von Grimme-Preisträger Christian Jeltsch, im Zentrum steht wieder Ursula Strauss als Chefinspektorin Fanny Gruber.

Diesmal bekommt es die Ermittlerin mit einer rätselhaften Entführung, einem lange unbemerkten Verbrechen und dubiosen Geschäftspraktiken zu tun. Zudem gerät ihre Tochter Anna (Allegra Tinnefeld) unerwartet selbst in die Ereignisse hinein. Regie führte Matthias Tiefenbacher, der die Handlung erneut vor der markanten Tiroler Berglandschaft inszeniert.

Der Film ist bereits in der ARD-Mediathek verfügbar und läuft am Donnerstag, 15. Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten.

Annas Rückkehr und ein Todesfall mit offenen Fragen

Nach einer einjährigen Weltreise kehrt Anna Gruber auf den Familienhof zurück. Anders als ihre Mutter Fanny, ihr Großvater Hannes (Sven-Eric Bechtolf) und ihr Bruder Tobi (Noah L. Perktold) zieht es sie nicht zur Polizei. Die Freude über das Wiedersehen wird jedoch überschattet: Ihre beste Freundin Clara (Lara Horvath) kam vor einigen Monaten ums Leben. Zunächst deutet alles auf einen Unfall unter Drogeneinfluss hin. Anna sucht Claras Vater (Martin Leutgeb) auf, der noch immer um seine Tochter trauert.

Parallel dazu wird Fanny Gruber von Immobilienmanager Renner (Cornelius Obonya) eingeschaltet. Dessen Tochter Emily (Julia Novohradsky) wurde entführt. Obwohl das Verhältnis zwischen Vater und Tochter offenbar angespannt war, wirkt Renner ernsthaft bemüht, Emily zurückzubekommen. Auffällig ist allerdings, dass die Lösegeldforderung für seine finanziellen Verhältnisse überraschend niedrig ausfällt. Als Renner das Geld übergeben will, läuft die Aktion aus dem Ruder.

Fanny wird misstrauisch. Sie ist überzeugt, dass Renner nicht die ganze Wahrheit sagt. Die Lage spitzt sich weiter zu, als bekannt wird, dass die Entführer Zugang zu internen Unterlagen seines Unternehmens verlangen. Gleichzeitig stößt Anna auf Hinweise, die Claras Tod plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Bald stellt sich die Frage, ob beide Fälle miteinander verbunden sind.

Christian Jeltsch über Vertrauen, Zweifel und Schuld

Für Autor Christian Jeltsch lebt der Reiz von „Tiroler Blut“ nicht von makellosen Heldenfiguren. Ihn interessieren vielmehr Menschen, die irren, zweifeln und dennoch ihren Weg weitergehen.

Im Mittelpunkt beider Filme steht für ihn das Thema Vertrauen – sowohl in andere als auch in die eigene Wahrnehmung. Entscheidend sei die Frage, was geschieht, wenn dieses Vertrauen erschüttert wird und ein einzelner Moment ein ganzes Leben verändert. Genau an diesem Punkt setze die Geschichte von Fanny und Tobi an.

Ebenso zentral ist für Jeltsch das Motiv der Schuld. Diese sei selten eindeutig zu fassen. Neben der juristischen Schuld gebe es auch jene, die Menschen sich selbst zuschreiben – und gerade diese wiege oft besonders schwer.

Spannender als die bloße Tätersuche ist für den Drehbuchautor die Wirkung einer Tat auf alle Beteiligten: auf Opfer ebenso wie auf Täter und Angehörige. Krisen, so seine Sicht, machen erst sichtbar, wer ein Mensch wirklich ist. Deshalb erzählen die Filme letztlich weniger von Verbrechen als von Menschen, die mit den Folgen ihrer Entscheidungen leben müssen.

Die Grubers als eigentliche Stärke der Reihe

Besonders hervor sticht an der Reihe die präzise Figurenzeichnung. In kurzer Zeit entsteht ein dichtes Bild davon, wie die Grubers leben, was sie zusammenhält und wo ihre Konflikte liegen.

Jeltsch zeigt die Familie in alltäglichen Situationen und Ritualen, etwa bei gemeinsamen Mahlzeiten. Gerade diese Momente machen deutlich, dass die Grubers trotz Spannungen eng verbunden bleiben. Tobi findet beim Sport Leichtigkeit und ein Gefühl von Freiheit, auch Musik nimmt innerhalb der Familie einen wichtigen Platz ein.

Solche Details sollen die Figuren nicht künstlich besonders wirken lassen, sondern ihnen ein glaubwürdiges Alltagsleben geben. Denn je besser das Publikum die Grubers kennt, desto stärker berührt, was ihnen widerfährt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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