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Sorgen, Skandale, Krone: Was auf König Haakon zukommt

Trotz Familienskandalen halten die Norweger zu Haakon. Doch jetzt warten auf den neuen König noch größere Prüfungen.

28.08.2026, 09:48 Uhr

Norwegens neuer König Haakon VIII. (53) genießt trotz der jüngsten Turbulenzen rund um das Königshaus weiterhin großen Rückhalt im eigenen Land. In einer Umfrage vom März gaben knapp vier von fünf Befragten an, dass sie ihn für einen „sehr guten“ oder „ziemlich guten“ König halten.

Schon damals waren sowohl das Ausmaß der Kontakte seiner Frau Mette-Marit (53) zum 2019 gestorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als auch Vergewaltigungsvorwürfe gegen Marius Borg Høiby (28), Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, bekannt. Die Verurteilung Høibys zu vier Jahren Haft in erster Instanz Mitte Juni überschattete auch den norwegischen Hof. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt.

Seine Amtszeit stellt Haakon nun unter den Leitsatz „Alles für Norwegen“. Das gab der Monarch am Freitagmittag bei einer außerordentlichen Sitzung des Regierungskabinetts bekannt. Damit folgt er einer Tradition: Schon Harald V. sowie dessen Vater und Großvater wählten dasselbe Motto. Offiziell trägt er nun den Namen König Haakon VIII.

Hohe Zustimmung für Haakon, mehr Skepsis gegenüber der Monarchie

Zwar wird die Monarchie in Norwegen heute etwas kritischer gesehen als noch vor einigen Jahren. Haakon selbst bleibt jedoch äußerst populär. Viele Norweger sehen in ihm einen modernen, fitten und zukunftsorientierten Monarchen.

Dazu passt auch sein Werdegang: Haakon absolvierte die norwegische Marineakademie und studierte zudem Politikwissenschaft an der University of California in Berkeley sowie Entwicklungswissenschaften an der London School of Economics.

Früh an Verantwortung gewöhnt

Seit dem Tod seines Großvaters Olav V. im Jahr 1991 trägt Haakon als Kronprinz Verantwortung. Weil König Harald im hohen Alter immer wieder mit ernsten gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, übernahm Haakon bereits seit Jahren immer wieder zeitweise die Aufgaben des Regenten.

Öffentlich bekannt ist er außerdem für seinen Einsatz für Gleichberechtigung, klimafreundliche Technologien und den Kampf gegen Armut.

Auch privat ein Symbol für den Wandel

Im Privatleben setzte Haakon ebenfalls Zeichen. Im Jahr 2001 heiratete er trotz Widerständen die bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby. Sie war damals alleinerziehende Mutter und hatte eine Vergangenheit in der Osloer Partyszene. 2004 und 2005 wurden die gemeinsamen Kinder Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus geboren. Ingrid Alexandra ist inzwischen Kronprinzessin. Die Patchwork-Familie galt vielen als Ausdruck einer moderneren Monarchie.

In Norwegen gilt zudem als offenkundig: Haakon steht Mette-Marit auch in schwierigen Zeiten kompromisslos zur Seite. Schon länger ist bekannt, dass die neue Königin an der unheilbaren Lungenfibrose leidet. In diesem Sommer erhielt sie eine neue Lunge. Eine geplante Feier zur Silberhochzeit wurde deshalb verschoben. Während ihrer Genesung wollte Haakon eigentlich beruflich kürzertreten – als König dürfte das nun kaum noch möglich sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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