Niederländisches Militärgericht verurteilt zwei Matrosen nach Livestream intimer Szenen
Ein Militärgericht in den Niederlanden hat zwei Marinesoldaten schuldig gesprochen, nachdem intime Aufnahmen einer Kameradin auf einem Schiff per Livestream verbreitet worden waren. Nach Angaben des Gerichts in Arnheim zeigte das Material, wie die Frau mit einem Kollegen im Maschinenraum Geschlechtsverkehr hatte. Zwischen zehn und 15 weitere Matrosen sollen die Übertragung verfolgt und teils mit ihren Mobiltelefonen mitgeschnitten haben.
Das Gericht stellte klar, dass der sexuelle Kontakt zwar einvernehmlich gewesen sei. Problematisch sei jedoch gewesen, dass der 24-jährige Matrose seiner Kollegin vorgespiegelt habe, sie seien unbeobachtet, obwohl er wusste, dass ein 25-jähriger Kamerad das Geschehen über eine Überwachungskamera mitverfolgte. Zusätzlich zum Livestream seien auch Fotos und Ausdrucke der Bilder angefertigt worden. Damit seien die intimen Aufnahmen unzulässig öffentlich gemacht worden.
Beide Männer wurden zu gemeinnütziger Arbeit sowie zu einer militärischen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem müssen sie der betroffenen Frau gemeinsam rund 11.000 Euro Schadenersatz zahlen.
Das Gericht betonte, dass der starke Alkoholkonsum an Bord an diesem Abend keine Entschuldigung darstelle. Die Richter bezeichneten das Verhalten der Beteiligten als völlig inakzeptabel. Auch mit Blick auf die weiteren Matrosen, die den Livestream angesehen hatten, hieß es, das Vertrauen einer Kameradin sei massiv missbraucht und ihre sexuelle Selbstbestimmung schwer verletzt worden. Zudem sei damit zu rechnen, dass der Vorfall innerhalb des Verteidigungsministeriums noch lange Gesprächsthema bleiben werde, was für das Opfer eine dauerhafte Belastung bedeute.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber