Prozess gegen Notarzt wegen mutmaßlicher Tötung beginnt
Vor dem Landgericht München II startet heute um 9.30 Uhr der Prozess gegen einen 65-jährigen Notarzt. Ihm wird Totschlag vorgeworfen, weil er laut Anklage durch die unnötige Verabreichung eines Medikaments den Tod einer Patientin verursacht haben soll.
Der Mediziner war in den Jahren 2017 und 2018 bei Rettungseinsätzen im Raum Tegernseer Tal und Holzkirchen im Einsatz. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er einer Frau im April 2018 nach einem Oberschenkelhalsbruch das Narkosemittel Propofol gespritzt haben, obwohl dafür keine medizinische Notwendigkeit bestanden habe.
In der Folge versagten bei der Patientin Atmung und Kreislauf. Sie erlitt schwere Hirnschäden und starb elf Tage später auf der Intensivstation.
Darüber hinaus wirft die Anklage dem Arzt 14 weitere Fälle vor, in denen er Patienten Propofol ohne medizinischen Grund gegeben haben soll. In den meisten dieser Fälle kam es den Angaben zufolge nicht zu bleibenden Schäden. Das Verfahren ist bis Mitte August angesetzt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber