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Neues Frankfurter Passagierterminal nimmt den Betrieb auf

Nach über zehn Jahren Bauzeit ist das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen eröffnet worden. Zum Start überwogen Anerkennung, positive Worte und viel gegenseitiges Schulterklopfen.

22.04.2026, 12:20 Uhr

Fraport eröffnet Terminal 3 am Frankfurter Flughafen

Am Frankfurter Flughafen ist das neue Terminal 3 offiziell eröffnet worden. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund vier Milliarden Euro sei ein starkes Signal für die Luftfahrt und zugleich ein Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) bei der Eröffnungsfeier. Zugleich kündigte er an, dass die Bundesregierung bis zum Sommer ein neues Konzept für den Luftverkehr vorstellen will.

Auch Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) betonten die Wachstumsperspektiven des Standorts. Schulte bezeichnete Terminal 3 als mehr als nur einen Neubau — es stehe für die Zukunft des Luftverkehrs. Rhein erinnerte an die lange Entwicklung seit den ersten Planungen 1998 und wertete das Projekt als Beweis dafür, was in Deutschland möglich sei. Nach seiner Einschätzung profitiert davon nicht nur Hessen, sondern der gesamte Wirtschaftsstandort Deutschland.

Mehr als zehn Jahre nach dem ersten Spatenstich soll das dritte Passagierterminal am Donnerstag, dem 23. April, den Betrieb aufnehmen. Entworfen wurde der Bau vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler. Ursprünglich war mit Kosten von 2,5 bis 3 Milliarden Euro gerechnet worden, außerdem war die Inbetriebnahme schon für 2022 vorgesehen. Vor allem der massive Einbruch im Luftverkehr während der Corona-Pandemie sorgte jedoch für Verzögerungen.

Kaum noch Spielraum für weiteren Ausbau

Mit den zunächst eröffneten drei Flugsteigen kann Terminal 3 pro Jahr rund 19 Millionen Fluggäste abfertigen. Damit läge es für sich genommen bereits vor den meisten deutschen Flughäfen. Nur Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf verzeichneten zuletzt höhere Passagierzahlen.

Nach Angaben von Fraport nähert sich der Flughafen mit dem neuen Terminal dem Ende seiner derzeit genehmigten Ausbaumöglichkeiten. Ein bereits genehmigter vierter Flugsteig mit der Bezeichnung K könnte die Kapazität von Terminal 3 auf 25 Millionen Passagiere erhöhen. Insgesamt könnte der Flughafen Frankfurt nach einer anstehenden Sanierung von Terminal 2 künftig bis zu 90 Millionen Reisende im Jahr bewältigen. Auch die vier Start- und Landebahnen sind laut Planfeststellung dafür ausgelegt. Zuletzt war 2011 die Landebahn Nordwest in Betrieb gegangen.

Widerstand wegen Lärm- und Umweltbelastung

Der Ausbau des Flughafens ist in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region seit Jahren umstritten. Im Vollausbau wären bis zu 700.000 Flugbewegungen pro Jahr möglich, 2024 waren es etwas mehr als 460.000. Kritiker bezeichneten Terminal 3 zur Eröffnung als Symbol für Fehlplanung, Umweltzerstörung und Größenwahn. Die Initiative Klima-, Umwelt- und Lärmschutz im Luftverkehr (IKUL) wirft der mehrheitlich öffentlich kontrollierten Fraport vor, Wachstum zulasten von Klima, Umwelt sowie Gesundheit und Lebensqualität der Anwohner voranzutreiben.

Ungeachtet internationaler Krisen hält Fraport bislang an seiner Prognose für das laufende Jahr fest. Schulte sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, man rechne weiterhin mit 65 bis 66 Millionen Passagieren in Frankfurt.

Der Flughafenverband ADV sieht in dem Neubau hingegen einen wichtigen Schritt für den Standort Deutschland. Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel erklärte, mit Terminal 3 entstehe eine leistungsfähige Infrastruktur, die Deutschlands internationale Anbindung langfristig sichere.

Ein Flugsteig war schon seit 2022 fertig

Die Corona-Krise hatte den Zeitplan des Projekts erheblich durcheinandergebracht, zu einem vollständigen Baustopp kam es jedoch nicht. Der Flugsteig G war bereits 2022 fertiggestellt worden, wurde wegen der damals noch schwachen Nachfrage aber zunächst nicht in Betrieb genommen.

Bis zum Sommer sollen die bislang in Terminal 2 untergebrachten Fluggesellschaften schrittweise in vier Wellen in das neue Gebäude umziehen. Betroffen sind vor allem Airlines aus den Bündnissen um British Airways und Air France-KLM sowie die arabischen Fluggesellschaften Etihad und Emirates. Für die ersten regulären Abfertigungen am Donnerstag sind laut Flugplan China Eastern und China Southern vorgesehen. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe und ihrer Star-Alliance-Partner bleiben dagegen in Terminal 1. Condor plant, im Sommer 2027 nach Terminal 3 zu wechseln und dort ein eigenes Drehkreuz aufzubauen.

Anbindung über die neue Skyline-Bahn

Der Flughafen bleibt weiterhin gut an das Schienennetz angebunden, allerdings kommen Reisende, Besucher und Beschäftigte zunächst wie bisher an den beiden Bahnhöfen bei Terminal 1 an. Von dort geht es über ein Übergangsgebäude weiter zur neuen kostenlosen Skyline-Bahn. Die vollautomatischen Züge können pro Stunde bis zu 4.000 Menschen befördern und benötigen für die 5,6 Kilometer lange Strecke etwa acht Minuten. Einen eigenen S-Bahn-Anschluss hat Terminal 3 bislang nicht. Dafür steht dort eines der größten Parkhäuser Europas mit mehr als 8.000 Stellplätzen zur Verfügung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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