Anklage in Los Angeles: Paar soll zahlreiche Kinder in Villa misshandelt haben
In Los Angeles ist ein Ehepaar wegen schwerer Vorwürfe der Kindesmisshandlung im Zusammenhang mit einem Leihmutterschaftsfall angeklagt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden der 66-jährige Mann und seine 39 Jahre alte Frau am Dienstag Ortszeit in ihrem Haus in Arcadia festgenommen. In der weitläufigen Villa sollen mindestens 14 Kinder, darunter auch Säuglinge aus Leihmutterschaften, misshandelt worden sein.
Der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles County, Nathan Hochman, bezeichnete das Anwesen bei einer Pressekonferenz als ein "Haus des Grauens". Den Ermittlern zufolge herrschte dort ein äußerst strenges Regime: Die Kinder sollen körperlich bestraft und mit harter Hand erzogen worden sein. Sechs Kindermädchen sollen auf Anweisung des Paares Gewalt zur Disziplinierung eingesetzt haben. In dem Haus installierte Überwachungskameras hätten entsprechende Szenen festgehalten. Laut Polizei zeigen Aufnahmen, dass Betreuungspersonen die Kinder unter anderem mit Stöcken und einem Schuh schlugen.
Verdacht nach Verletzungen eines Säuglings
Nach bisherigen Erkenntnissen betrieb das Paar eine Agentur für Leihmutterschaften und soll mehrere so geborene Kinder selbst behalten haben. Aufgefallen war der Fall den Behörden bereits im Jahr 2025, als ein Baby mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Eltern erklärten damals, das Kind sei aus dem Bett gefallen. Ärzte hielten jedoch Misshandlung für möglich.
Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen ein und nahm das Paar zwischenzeitlich fest. Die formelle Anklage erfolgte jedoch erst jetzt. Medienberichten zufolge lebten damals 15 Kleinkinder in dem Haus; sie wurden der Jugendbehörde übergeben. Gegen eines der Kindermädchen wurde zudem wegen Körperverletzung ermittelt. Die Frau ist den Angaben zufolge untergetaucht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber