Politik

Lungenpest-Verdacht: Darum ruft Trump jetzt Putin an

Geheimes Krisentelefonat? Trump will mit Putin plötzlich über den rätselhaften Tod einer russischen Laborantin reden.

07.10.2026, 00:29 Uhr

US-Präsident Donald Trump will wegen eines undurchsichtigen Krankheitsfalls mit Todesfolge in Russland mit Kremlchef Wladimir Putin telefonieren. Auf die Frage, ob er mit Putin bereits über den Fall gesprochen habe, bei dem zeitweise der Verdacht auf Lungenpest im Raum stand, sagte Trump in Washington, für ein Telefonat sei bereits ein Termin angesetzt. Das Gespräch solle sehr bald stattfinden.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor auf der Plattform X mitgeteilt, ihr lägen Berichte über einen möglichen Fall von Lungenpest in der russischen Region Irkutsk vor, bei dem ein Mensch gestorben sei. Die Behörde beobachte die Entwicklung aufmerksam. Zugleich betonte die CDC, dass der gemeldete Verdachtsfall bislang nicht bestätigt sei.

Nach Angaben der russischen Seuchenschutzbehörde starb die 28 Jahre alte Mitarbeiterin eines Instituts zur Bekämpfung von Pestkrankheiten nicht an einem Pesterreger. Als Todesursache wurde stattdessen eine „Lungenentzündung unbekannter Herkunft“ genannt. Die Frau war am Freitag in einem Kreiskrankenhaus in der Stadt Schelechow bei Irkutsk in Sibirien gestorben.

USA fordern schnelle und transparente Informationen

Das US-Außenministerium hatte die russischen Behörden aufgefordert, Informationen zu dem Vorfall rasch und offen mitzuteilen. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, Washington habe Moskau gewarnt, dass ein Zurückhalten von Einzelheiten zum Tod der Labormitarbeiterin gegen internationale Gesundheitsverpflichtungen verstoßen könnte. Russland habe den USA demnach bislang nur wenige Informationen zu dem mysteriösen Vorfall übermittelt.

Neu hinzu kam ein Hinweis der US-Botschaft in Moskau: Auf ihrer Website erklärte sie, die Möglichkeiten der US-Regierung, Amerikanerinnen und Amerikanern in Russland Hilfe zu leisten, seien besonders außerhalb Moskaus eingeschränkt. Mitarbeiter der US-Regierung müssten wegen Gesundheits- und Sicherheitsbedenken womöglich mit zusätzlichen Beschränkungen für private und dienstliche Reisen in bestimmte Regionen rechnen.

Lungenpest ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich eine Infektion auf die Lunge ausbreitet. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Krankheit mit Antibiotika therapierbar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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