Rettung in Laos: Fünf Goldsucher in Höhle versorgt – Suche nach zwei Vermissten geht weiter
Tief im Dschungel von Laos läuft die Rettung von fünf eingeschlossenen Goldsuchern unter höchstem Risiko weiter. Die Männer wurden lebend in einer überfluteten Höhle entdeckt und nach Angaben der laotischen Hilfsorganisation Rescue Volunteer for People inzwischen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Wann die eigentliche Bergung beginnen kann, ist derzeit noch unklar.
Die fünf Männer waren am Mittwoch nach mehr als einer Woche in der Höhle gefunden worden. Laut den Einsatzkräften sind sie erschöpft und hungrig, ihr Zustand gilt jedoch als stabil. Parallel pumpen Helfer weiterhin Wasser aus dem Höhlensystem, um einen Weg nach draußen freizumachen. Zugleich wird geprüft, ob erneut Wasser in die Gänge eindringen könnte.
Die Suche nach den zwei weiterhin vermissten Goldsuchern dauert an. Anders als zwischenzeitlich in einzelnen Berichten angedeutet, gibt es dafür bislang keine bestätigte positive Entwicklung. Nach Einschätzung von Helfern schwindet die Hoffnung, die beiden noch lebend zu finden.
Die Männer befinden sich seit dem 19. Mai in der Höhle im Bezirk Longchaeng in der nordlaotischen Provinz Xaisomboun. Insgesamt zehn Dorfbewohner hatten dort nach Gold gesucht, als heftige Regenfälle die Höhle plötzlich fluteten und ein Erdrutsch den Ausgang blockierte. Drei von ihnen konnten entkommen und Hilfe holen, sieben blieben eingeschlossen.
Berichten zufolge hatten die Männer Vorräte dabei, mit denen sie mehrere Tage in der Höhle durchhalten konnten. Auf Aufnahmen der Rettungskräfte war zudem zu sehen, dass mindestens zwei von ihnen noch funktionierende Stirnlampen trugen.
Spezialist aus Australien auf dem Weg
Zur Unterstützung der Mission reist nun auch der australische Höhlentaucher Josh Richards nach Laos. Gegenüber dem Sender 7News sagte er, er werde am Freitag eintreffen. Die Rettung sei extrem gefährlich und kompliziert. Er sei unter anderem wegen seiner kleinen Statur angefragt worden, da er durch besonders enge Tunnelabschnitte passe.
Richards schilderte die Bedingungen unter Wasser als extrem schwierig. Die Gänge seien instabil, die Sicht praktisch gleich null. Das Tauchen gleiche, so seine Beschreibung unter Berufung auf Angaben der Teams vor Ort, einem Tauchgang „wie in Kaffee“. Experten warnen zudem davor, dass neue starke Regenfälle die Lage in der Höhle weiter verschärfen könnten.
Sauerstoffmangel erschwert die Bergung
Die Eingeschlossenen sollen sich mehrere hundert Meter vom Höhleneingang entfernt befinden. Viele Passagen können nur kriechend überwunden werden, an einigen Stellen müssen Retter durch tiefes Wasser tauchen. Medien sprechen von einer klaustrophobischen Tortur.
Zusätzlich bereitet Sauerstoffmangel den Einsatzkräften große Sorgen. Spezialisten aus dem Nachbarland Thailand sind bereits an der Rettungsaktion beteiligt. Nach ihren Angaben werden zusätzliche Sauerstoffflaschen benötigt, weil die bislang verlegten Luftleitungen nicht alle Bereiche der Höhle erreichen. Der Leiter des thailändischen Rettungsteams, Ting Li Gengkat Bongkawong, betonte, Sicherheit habe absolute Priorität und Fehler dürfe es nicht geben.
Schwierige Bedingungen für die Retter
Wie kompliziert die Lage vor Ort ist, hatte auch der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi beschrieben, der bereits 2018 an der spektakulären Rettung in der thailändischen Tham-Luang-Höhle beteiligt war. Auch diesmal arbeitet er an vorderster Front mit. In einem veröffentlichten Video ist zu sehen, wie er sich in Laos durch extrem enge, mit braunem Wasser geflutete Gänge kämpft, bis er die eingeschlossenen Männer erreicht.
Die Höhle in Laos gilt nach Medienberichten als deutlich kleiner und enger als die Tham-Luang-Höhle in Thailand. Wie die Goldsucher am Ende genau ins Freie gebracht werden sollen, wurde bislang nicht mitgeteilt.
Medizinische Versorgung vorbereitet
Nach Angaben von Rescue Volunteer for People stehen Ärzteteams bereit, um die Männer unmittelbar nach einer Bergung medizinisch zu versorgen. Für den weiteren Transport aus dem abgelegenen Gelände mit Bergen und dichtem Dschungel sollen zusätzliche Helfer organisiert werden.
Erinnerungen an Tham Luang
Die Rettungsaktion weckt Erinnerungen an das internationale Höhlendrama von Tham Luang in Nordthailand im Jahr 2018. Damals waren zwölf Jugendfußballer und ihr Trainer nach schweren Regenfällen über zwei Wochen lang in einer Höhle eingeschlossen und konnten nur durch eine aufwendige internationale Spezialmission gerettet werden.
Auch in Laos unterstützen inzwischen erfahrene internationale Höhlentaucher und thailändische Spezialisten die Arbeiten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion