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Kolosseum nach Sturzdrama wieder offen

Nach dem tödlichen Sturz ist das Kolosseum wieder offen – doch was in der Unglücksnacht geschah, gibt weiter Rätsel auf.

26.09.2026, 17:52 Uhr

Nach dem tödlichen Unfall eines jungen Arbeiters ist das Kolosseum in Rom wieder für Besucher geöffnet. Das größte antike Amphitheater der Welt war drei Tage lang geschlossen, nachdem ein 22-Jähriger in der Nacht auf Mittwoch aus etwa zehn Metern Höhe gestürzt war und dabei ums Leben kam.

Der Mann arbeitete in dem fast 2.000 Jahre alten Bauwerk im Zentrum der italienischen Hauptstadt an einer neuen Beleuchtungsanlage. Zum Zeitpunkt des Unglücks kurz nach Mitternacht war das beliebte Monument bereits geschlossen. Am Mittwoch öffnete die Anlage zunächst nur für wenige Stunden, danach blieb sie für den Rest des Tages für Touristen unzugänglich.

Die genauen Umstände des Unfalls sind weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Dabei wird unter anderem geprüft, ob alle Sicherheitsvorgaben eingehalten wurden. Nach einem Bericht der Zeitung La Repubblica untersuchen die Ermittler außerdem, über welche Qualifikation der 22-Jährige verfügte.

Gewerkschaft verlangt strengere Überprüfungen

Trotz der laufenden Ermittlungen ist das Kolosseum inzwischen wieder nahezu vollständig zugänglich. Nur der etwa zehn Quadratmeter große Bereich, in dem sich der Unfall ereignete, bleibt abgesperrt. Laut der Nachrichtenagentur Ansa wurden zur Wiedereröffnung rund 25.000 Besucher erwartet.

Kulturminister Alessandro Giuli hatte die erneute Öffnung bereits am Vortag angekündigt. Gleichzeitig erklärte die Regierung, sie wolle mit den Gewerkschaften über die Sicherheit bei Arbeiten an kulturellen Einrichtungen beraten. Die Gewerkschaft CGIL kritisiert vor allem den Einsatz von Subunternehmen und fordert schärfere Kontrollen.

Das Kolosseum entstand im 1. Jahrhundert nach Christus als Austragungsort für Gladiatorenkämpfe und andere öffentliche Spektakel. Mit mehr als 15 Millionen Besuchern im Jahr gilt es als die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Italiens. Seit 1980 zählt das Amphitheater zum Unesco-Weltkulturerbe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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