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Irre! Zeidler mit viertem WM-Coup – Achter nur Vierter

Unschlagbar! Zeidler krönt sich in Amsterdam zum vierten Mal zum Weltmeister – doch der Männer-Achter erlebt ein bitteres Debakel.

30.08.2026, 15:37 Uhr

Zeidler holt in Amsterdam seinen vierten WM-Titel im Einer

Oliver Zeidler war auf der Amsterdamer Bosbaan erneut das Maß aller Dinge. Der Olympiasieger setzte sich im Finale des Einer-Wettbewerbs mit deutlichem Vorsprung durch, jubelte im Ziel mit geballter Faust und vier ausgestreckten Fingern und machte damit seinen vierten Weltmeistertitel perfekt. Nach 2019, 2022 und 2023 triumphierte der 30-Jährige erneut. Am Steg wurde er von seiner Schweizer Freundin, der Ruderin Sofia Meakin, mit einem Kuss und einer herzlichen Umarmung empfangen.

„Dass ich derzeit alle großen Titel – Olympia, WM und EM – gleichzeitig halte, ist schon verrückt. Das fühlt sich richtig gut an“, sagte Zeidler, der in dieser Saison bislang ungeschlagen ist. In 6:35,22 Minuten verwies er den unter neutraler Flagge startenden Belarussen Yauheni Zalaty mit 3,11 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Bronze ging an den Norweger Jonas Slettemark Juel, der 8,81 Sekunden hinter Zeidler ins Ziel kam. Erst vor knapp vier Wochen hatte der Deutsche in Varese bereits seinen vierten EM-Titel geholt – damals in EM-Rekordzeit von 6:36,39 Minuten.

Langfristig hat Zeidler auch die Weltbestzeit über 2.000 Meter im Blick. Diese liegt seit 2017 bei 6:30,74 Minuten und wurde vom Neuseeländer Robbie Manson aufgestellt. „Im Rudern müssen viele Faktoren zusammenpassen. Heute ging es um den Titel – und den kann mir keiner mehr nehmen. So eine Bestzeit kann man auch irgendwann zwischendurch angreifen. Ich hoffe, dass mir das in den nächsten Jahren gelingt“, sagte Zeidler, der zunächst seinen vierten WM-Erfolg genießen will.

Deutschland-Achter verpasst das Podium knapp

Der Männer-Achter des Deutschen Ruderverbands schrammte nur knapp an der ersten WM-Medaille seit 2019 vorbei. Das deutsche Boot belegte Platz vier und lag damit lediglich rund 2,5 Sekunden hinter den Medaillenrängen. Den Sieg sicherten sich die Niederländer vor heimischem Publikum in einem Foto-Finish gegen Großbritannien. Besonders bitter aus deutscher Sicht: Mit 5:17,57 Minuten stellten die Gastgeber eine neue Weltbestzeit auf und unterboten damit den Rekord, den der Deutschland-Achter 2017 aufgestellt hatte.

„Ein vierter Platz ist natürlich nie das, was man sich wünscht. Aber wenn man bedenkt, wo wir herkommen, war das ein wirklich starkes Rennen. Wir haben einen großen Schritt gemacht“, sagte Trainer Mark Emke. Im Vorjahr hatte der Deutschland-Achter bei der WM noch das A-Finale verpasst. Auch Steuermann Jonas Wiesen zog ein positives Fazit mit Blick auf die Sommerspiele in Los Angeles: „Das war unser bestes Rennen in dieser Saison.“

Wegen des großen Teilnehmerfeldes wurden im Achter erstmals seit 2011 wieder Halbfinals ausgetragen. Dadurch mussten innerhalb von nur 24 Stunden drei Rennen absolviert werden. „Es muss nicht immer so viel sein, aber die Bereitschaft war da“, sagte Achter-Ruderer Olaf Roggensack. Ungewöhnlich war zudem der Vorlauf am Samstag, der wegen ungleicher Windverhältnisse erstmals in der Geschichte einer WM als Einzelzeitfahren durchgeführt wurde.

Insgesamt fünf Medaillen für den DRV

Der deutsche Frauen-Achter konnte an die starke Leistung des Vorjahres nicht anknüpfen. Nachdem das Boot damals überraschend Vierter geworden war, reichte es diesmal – auch wegen mehrerer Doppelstarterinnen – nur für das B-Finale und am Ende für Rang neun.

Insgesamt kam der Deutsche Ruderverband in Amsterdam auf fünf Medaillen. Bei der WM im vergangenen Jahr in Shanghai waren es noch sechs gewesen, darunter drei Medaillen in den Para-Bootsklassen und das einzige Gold. Zeidler hatte damals trotz deutlich reduziertem Trainingsumfang wegen seines Studiums Silber gewonnen.

Cheftrainer Marcus Schwarzrock zog dennoch ein positives Fazit. Im Medaillenspiegel liege der DRV auf Rang zwei, zudem sei das Team in allen Bereichen besser aufgestellt als noch im Vorjahr. Entscheidend sei, dass die Entwicklung sichtbar werde. Besonders hob Schwarzrock Zeidlers erneut „herausragende“ Leistung hervor, zeigte sich aber auch mit den Erfolgen der Para-Boote und des Männer-Doppelvierers nach längerer Durststrecke zufrieden.

Für die Goldmedaillen in den Para-Wettbewerben sorgten diesmal gleich zwei deutsche Mixed-Doppelzweier: Kathrin Marchand und Valentin Luz in der PR3-Klasse sowie Jasmina Bier und Paul Umbach in der PR2-Kategorie. Der Männer-Doppelvierer gewann nach EM-Gold nun WM-Silber in deutscher Rekordzeit und sicherte dem DRV in dieser Bootsklasse die erste WM-Medaille seit 2015. Die erste deutsche Medaille bei dieser WM hatten Maximilian Rühling und Naveen Shah mit Silber im nicht mehr olympischen Leichtgewichts-Doppelzweier geholt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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