Nach Nacht im Schnee: Schwer verletzter Wanderer in Tirol gerettet
Ein Wanderer aus Baden-Württemberg ist nach einem schweren Unfall in den Tiroler Alpen nach einer Nacht im Schnee lebend gefunden worden. Der Mann war nach Angaben der österreichischen Polizei abgestürzt und wurde erst am folgenden Tag auf etwa 2.200 Metern Höhe entdeckt. Für die Einsatzkräfte grenzt es an ein Wunder, dass er die Nacht unter diesen Bedingungen überstanden hat.
Der Urlauber aus Ettlingen war laut Polizei am Dienstagmorgen im Ort Bach nahe der bayerischen Grenze allein zu einer Bergtour gestartet. Als er am Abend nicht in seine Unterkunft zurückkehrte, verständigte der Wirt die Rettungskräfte. Daraufhin begann eine groß angelegte Suche mit Polizei, Feuerwehr sowie Bergrettern, die auch Suchhunde und Drohnen einsetzten.
Wetter bremst Rettungseinsatz
In der Nacht musste die Suche zunächst eingestellt werden, weil schlechtes Wetter den Einsatz massiv erschwerte. Erst am Mittwochmorgen konnten mehrere Teams per Hubschrauber ins Suchgebiet gebracht werden, nachdem sich der Nebel kurzzeitig gelichtet hatte.
Gefunden wurde der Schwerverletzte schließlich in einem Schneefeld an einem Bergsattel. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte er im Bereich des 2.388 Meter hohen Strahlkopfes über eine sehr steile und felsige Flanke abgestürzt sein. Das Unglücksgebiet liegt nahe Holzgau.
Retter sprechen von einem Wunder
Nach Angaben der Flugrettung ARA lagen die Temperaturen in der Nacht in diesem Bereich bei etwa null Grad. Die Retter erklärten, es sei kaum zu fassen, dass jemand mit solchen Verletzungen bei Schnee und Kälte eine Nacht im Freien überleben konnte.
Wie die Polizei mitteilte, war der Mann bei seiner Bergung ansprechbar, konnte sich jedoch nicht mehr an den genauen Unfallhergang erinnern. Anschließend wurde er mit dem Hubschrauber in eine Klinik nach Murnau in Bayern geflogen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion