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Bandenkriminalität: Brutale Einschüchterung eskaliert

Explosionen, Schüsse, immer mehr Gewalt: Das BKA warnt vor eskalierenden Bandenkriegen – und deutlich mehr Ermittlungen.

15.09.2026, 10:00 Uhr

Organisierte Kriminalität in Deutschland setzt verstärkt auf Gewalt

Kriminelle Netzwerke in Deutschland gehen zunehmend brutaler vor, um Gegner einzuschüchtern und ihre Interessen durchzusetzen. Das aktuelle Bundeslagebild Organisierte Kriminalität verzeichnet für das vergangene Jahr 20 vollendete Tötungsdelikte sowie 100 Fälle vollendeter Körperverletzung. Im Jahr davor lagen die Zahlen noch bei 13 Tötungsdelikten und 77 Körperverletzungen. Laut Bericht zeigen Gruppen der organisierten Kriminalität vor allem bei Machtkämpfen, Interessenkonflikten und Auseinandersetzungen eine wachsende Bereitschaft, Gewalt einzusetzen.

Minderjährige werden gezielt für Gewalttaten angeworben

Als Beispiel für die gestiegene Brutalität nennt das vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellte Lagebild eine Reihe von Explosionen und Schüssen im Raum Köln seit dem Sommer 2024. Hintergrund war demnach der Diebstahl einer Drogenlieferung. Nach Angaben des BKA nehmen zudem Fälle zu, in denen Gewalttaten wie eine Art Auftragsdienst organisiert oder durch eigens angeworbene Minderjährige ausgeführt werden. Besonders auffällig sei, dass Täter über soziale Medien rekrutiert würden. Dieses vergleichsweise neue Phänomen entwickle sich sehr schnell, weshalb ein dauerhafter Austausch mit den Plattformbetreibern nötig sei. Unter den angeworbenen Tätern seien teilweise sogar 13-Jährige.

Zahl der Ermittlungsverfahren steigt deutlich

Im Jahr 2025 ist auch die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der organisierten Kriminalität gestiegen. Insgesamt wurden 683 Verfahren geführt — so viele wie seit 2021 nicht mehr. Die Zahl der Tatverdächtigen nahm um mehr als 13 Prozent zu. Von den insgesamt 7.988 erfassten Verdächtigen hatten 2.722 die deutsche Staatsangehörigkeit, 664 einen türkischen Pass, 402 waren Syrer, 281 Albaner und 258 polnische Staatsangehörige.

Drogenkriminalität bleibt Schwerpunkt

Den größten Anteil an den Ermittlungen machte erneut die Rauschgiftkriminalität aus. Dahinter folgten Delikte aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität, Steuer- und Zolldelikte, Schleuserkriminalität, Eigentumsdelikte und Geldwäsche. In 31 Verfahren stand Gewaltkriminalität im Mittelpunkt. Im Vorjahr waren es noch 11 entsprechende OK-Ermittlungskomplexe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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