Rettungsarbeiten nach schwerem Grubenunglück in China dauern an
Nach dem schwersten Minenunglück in China seit mehr als 16 Jahren läuft der Rettungseinsatz weiter. Nach Angaben der chinesischen Behörden starben bei einer Gasexplosion in einem Bergwerk im nordchinesischen Kreis Qinyuan am Freitagabend 82 Menschen. Zwei weitere werden weiterhin vermisst, berichteten staatliche Medien.
Zunächst war von 90 Todesopfern die Rede gewesen. Diese Zahl wurde später nach unten korrigiert. Als Grund nannten die Behörden unübersichtliche und chaotische Verhältnisse am Unglücksort.
Die Explosion ereignete sich in einer Mine in der Provinz Shanxi. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich fast 250 Arbeiter unter Tage aufgehalten haben. 128 Verletzte werden in Krankenhäusern der Umgebung versorgt.
Entgegen früheren Angaben, wonach alle Verletzten außer Lebensgefahr seien, meldete die staatliche Zeitung China Daily, dass sich zwei Personen in einem kritischen Zustand befinden.
Was die Explosion ausgelöst hat, ist bislang nicht bekannt. Erste Untersuchungen hätten jedoch gravierende Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften durch den Betreiber der Mine ergeben, berichteten chinesische Staatsmedien. Nähere Angaben zu den Vorwürfen wurden nicht gemacht. Mehrere Personen wurden inzwischen festgenommen.
Shanxi gehört zu den wichtigsten Kohleregionen Chinas. Trotz des stärkeren Ausbaus erneuerbarer Energien deckt Kohle weiterhin etwas mehr als die Hälfte des Energiebedarfs des Landes.
Schwere Bergwerksunglücke mit vielen Toten haben China in der Vergangenheit immer wieder erschüttert, auch wenn sich die Sicherheitsstandards in den vergangenen Jahren verbessert haben. Das aktuelle Unglück gilt als das folgenschwerste seit 2009, als bei einer Explosion in einer Kohlemine in der Provinz Heilongjiang nahe der russischen Grenze 108 Menschen ums Leben kamen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion