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Diese 8 «Tatort»-Krimis gelten laut Grimme-Preis als die besten – kennen Sie alle?

Kaum zu glauben, aber in der langen Geschichte des «Tatort» wurde der begehrte Grimme-Preis nur selten an einen der TV-Krimis vergeben. Jetzt ist es wieder passiert. Welche Folgen schafften das noch – und womit überzeugten sie?

24.04.2026, 05:00 Uhr

Grimme-Preis 2026: Diese acht "Tatort"-Folgen wurden bislang ausgezeichnet

Der nach Adolf Grimme (1889–1963) benannte Grimme-Preis gilt als eine der bedeutendsten Medienauszeichnungen in Deutschland und als eine der höchsten Ehrungen für Fernsehproduktionen. Vergeben wird der Preis vom Deutschen Volkshochschul-Verband.

Die diesjährige Verleihung findet am Freitag, dem 24. April, in Marl statt. 2026 wird dabei wieder einmal ein Film aus der erfolgreichsten deutschen Krimireihe geehrt: ein "Tatort". Das kam in der Geschichte des Preises bislang nur selten vor – genau achtmal. Diese Folgen gehören dazu:

2026: "Tatort: Dunkelheit" (HR)

Mit dem neuen Frankfurter Ermittlerduo schlug der Hessische Rundfunk im Herbst 2025 einen deutlich anderen Ton an als zuvor. Hamza Kulina (Edin Hasanović) wird nach einem Fehler zur nüchternen und konzentrierten Maryam Azadi (Melika Foroutan) versetzt, die in einem Kellerarchiv alte Fälle neu aufrollt.

Der HR setzt damit auf Cold-Case-Stoffe und ein Team mit migrantischer Biografie. Foroutan und Hasanović prägen die neue Frankfurter Besetzung entscheidend.

In "Dunkelheit" entdeckt eine Frau beim Aufräumen in der Garage ihres verstorbenen Vaters etwas Entsetzliches. Azadi und Kulina stoßen auf die Spur eines Serienmörders, der als "Main-Ripper" über Jahre Angst verbreitet hat.

Für Kulina wird der Fall auch persönlich: Er trägt das Trauma des Verlusts seines Bruders beim Massaker von Srebrenica 1995 mit sich. Das Drehbuch stammt von Senad Halilbašić, Erol Yesilkaya und Stefan Schaller, der auch Regie führte. Entstanden ist ein ungewöhnlich dichter Thriller, der lange nachwirkt.

2015: "Tatort: Im Schmerz geboren" (HR)

Ebenfalls aus Hessen kam der 2015 geehrte Film "Im Schmerz geboren". Der Krimi von Michael Proehl (Drehbuch) und Florian Schwarz (Regie) lief erstmals am 12. Oktober 2014.

Mit Ulrich Tukur als Wiesbadener LKA-Ermittler Felix Murot wurde ein stilistisch auffälliger, fast kunstvoll überhöhter "Tatort" ausgezeichnet. Der Film arbeitete mit Anspielungen auf "Spiel mir das Lied vom Tod", opulenter Musik von Beethoven, Brahms und Georges Delerue – und mit einer auffällig hohen Zahl an Toten.

2014: "Tatort: Angezählt" (ORF)

Der österreichische Beitrag "Angezählt" hatte seine TV-Premiere am 15. September 2013. Im Zentrum steht Bibi Fellner (Adele Neuhauser), Kollegin von Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), die einen anonymen Anruf ignoriert – ohne zu wissen, dass es der letzte Hilferuf einer früheren Zeugin ist, der sie einst Schutz zugesagt hatte.

Die Ermittlungen führen ins Wiener Rotlichtmilieu und in ein Umfeld aus Ausbeutung und Elendsprostitution. Fellner gerät dabei selbst ins Visier eines Täters. Regie führte Sabine Derflinger, das Drehbuch schrieb Martin Ambrosch.

2011: "Tatort: Nie wieder frei sein" (BR)

Dieser vielfach gelobte Sozialkrimi mit Justizthriller-Elementen wurde erstmals am 19. Dezember 2010 gezeigt. Das Drehbuch schrieb Dinah Marte Golch, Regie führte Christian Zübert.

Die Handlung beginnt mit einem Justizskandal: Melanie Bauer (Anna Maria Sturm) erlebt, wie der Mann, der sie vergewaltigt und beinahe getötet hat, vor Gericht ungestraft davonkommt – weil eine Anwältin (Lisa Wagner) die Verteidigung juristisch geschickt aufzieht.

Die Folgen dieses Urteils erschüttern nicht nur die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl), sondern mehrere Beteiligte dauerhaft.

2005: "Tatort: Herzversagen" (HR)

Auch "Herzversagen" stammt vom Hessischen Rundfunk. Regie führte Thomas Freundner, der gemeinsam mit Stephan Falk auch das Drehbuch schrieb.

In dem Fall wird eine Frau tot in ihrer Wohnung gefunden, ihr Erspartes ist verschwunden. Die Frankfurter Kommissare Charlotte Sänger und Fritz Dellwo (Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf) stoßen bei den Nachforschungen auf mehrere rätselhafte Todesfälle älterer Frauen. Offiziell starben sie an Herzversagen – doch alle hatten kurz zuvor größere Summen von der Bank abgehoben.

2002: "Tatort: Im freien Fall" (BR)

Die Erstausstrahlung dieses Films erfolgte am 4. November 2001. "Im freien Fall" verbindet Krimi, Liebesgeschichte und moralisches Drama.

Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) zeigt sich dabei von einer ungewohnten Seite: Er verliebt sich und bewegt sich durch ein märchenhaft inszeniertes München, bis ihn die Realität wieder einholt. Besonders gewürdigt wurde das vielschichtige Drehbuch von Alexander Adolph. Regie führte Jobst Oetzmann.

1993: "Tatort: Kinderspiel" (ORF)

Der Wiener Krimi lief erstmals am 16. August 1992. In der Stadt sorgt eine Serie von Raubüberfällen für Unruhe: Eine Bande strafunmündiger Kinder überfällt ältere Frauen.

Bei einem Einsatz im Prater wird Inspektorin Susanne Kern (Sylvia Haider) von einem Jungen mit einer Spritze attackiert. Die Ermittler Fichtl und Hollocher (Michael Janisch und Michael Bukowsky) versuchen, die Hintermänner hinter den organisierten Kinderbanden aufzuspüren. Regie führte Oliver Hirschbiegel, das Drehbuch schrieb Peter Zingler.

1989: "Tatort: Moltke" (WDR)

Dieser Krimi feierte am 28. Dezember 1988 Premiere und erhielt 1989 den Grimme-Preis. Bemerkenswert ist unter anderem ein Gastauftritt von Dieter Bohlen, der darin auch den Blue-System-Titel "Silent Water" singt.

Im Mittelpunkt des Films mit Götz George als Horst Schimanski und Eberhard Feik als Christian Thanner steht ein Banküberfall, der Jahre zurückliegt. 1978 wurde dabei ein Mitglied der Bande schwer verletzt und anschließend vom eigenen Anführer in der Bank erschossen. Regie führte Hajo Gies, das Drehbuch stammt von Axel Götz, Jan Hinter und Thomas Wesskamp.

Mit "Moltke" wurde zum ersten Mal überhaupt ein Film aus der ARD-Krimireihe "Tatort" mit dem Grimme-Preis geehrt. Die Reihe existiert seit 1970, der Grimme-Preis wird seit 1964 vergeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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