Kurz vor der geplanten Blockade am Brenner stellt sich der Betreiber der italienischen Brennerautobahn A22 auf erhebliche Verkehrsbehinderungen ein. Auf seiner Internetseite empfiehlt das Unternehmen, Fahrten auf dem Abschnitt ab Trient in Richtung Norden nach Österreich auf das unbedingt notwendige Minimum zu beschränken.
Am Samstag ist die Strecke von Italien nach Österreich für Autos und Motorräder bereits ab 10.30 Uhr gesperrt. Für Lastwagen beginnt die Sperre schon um 7.00 Uhr. In der Gegenrichtung, also von Österreich nach Italien, gilt die Sperre von 11.00 bis 19.00 Uhr, für Lkw bereits ab 9.00 Uhr.
Betroffen ist auf italienischer Seite der Bereich zwischen der Mautstelle der Brennerautobahn und der Staatsgrenze. Wer die Grenze am Samstag dennoch überqueren muss, sollte nach Angaben des Betreibers den Grenzübergang Tarvis nutzen.
Viele Gäste verschieben ihre Buchungen
Nach Angaben des Hoteliers- und Gastwirteverbands in Südtirol reagieren auch Urlauber auf die angekündigte Blockade. Wie die Nachrichtenagentur Ansa den Verbandspräsidenten Klaus Berger zitierte, haben viele Gäste ihre Buchungen um einen Tag vor- oder nachverlegt. So wollen sie die Behinderungen am Samstag vermeiden.
Hintergrund der Sperre ist eine Demonstration in Österreich am 30. Mai. Dadurch wird die wichtigste Nord-Süd-Verbindung über die Alpen zeitweise unpassierbar. Initiiert wurde der Protest vom Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger.
Auslöser ist nach Angaben der Initiatoren die hohe Verkehrsbelastung am Brenner. Die rund 15.000 Einwohner des Wipptals, von denen viele in unmittelbarer Nähe von Autobahn und Bundesstraße leben, leiden demnach unter Lärm, Feinstaub und starken Einschränkungen im Alltag durch regelmäßige Staus.
In dem achtstündigen Zeitraum der Blockade passieren üblicherweise Zehntausende Fahrzeuge den Brenner. Die Sperre fällt zudem mitten in die Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg sowie an das Ferienende in Sachsen-Anhalt. Die Polizei rechnet deshalb mit einer sehr schwierigen Verkehrslage.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion